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Haushaltskonsolidierung : OB hält am Sparbeitrag des Sports fest

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Haltung des Kreissportverbands löst Beifall und Kritik aus. Verwaltung wird eigenen Vorschlag machen, wie der Sport 100 000 Euro einspart

Neumünster | Das Votum des außerordentlichen KSV-Verbandstags zum Beitrag des Sports bei der Haushaltskonsolidierung hat Wellen geschlagen. Die Delegierten hatten das von Politik und Verwaltung ausgegebene Sparziel von 100 000 Euro als nicht erfüllbar zurückgewiesen (der Courier berichtete). Von Seiten der Ratspolitik gibt es dafür Beifall und Kritik. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras zeigte sich „enttäuscht über das Beratungsergebnis“.

Die Stadt sei dem Sport schon ganz erheblich entgegen gekommen, sagte er zum Courier. Der Vertrag von 2010 fixierte bis zu 380 000 Euro pro Jahr ab 2015 als Konsolidierungsbeitrag des Sports. „Wir haben inzwischen erkannt, dass das nicht zu realisieren ist, und mit 100 000 Euro ein Angebot zur Güte gemacht“, sagte Tauras.

Die Haltung des Kreissportverbandes könne er nicht unterstützen, „weil wir sonst dem Grundsatz unserer Haushaltskonsolidierung widersprechen würden. Falls der Sport weniger beiträgt, müssten das andere bezahlen. Mir fällt nicht ein, wen wir da belasten sollten“, sagte Tauras.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Babett Schwede-Oldehus war Gast des KSV-Verbandstags. „Der aggressive Ton hat mich etwas irritiert. Ich halte mehr von sachlichen Diskussionen und Lösungen“, sagte sie. Dass der Sport sich überfahren fühle, wundere sie, sagte die CDU-Politikerin. Schließlich beschäftige das Thema Haushaltskonsolidierung den Sport schon länger. Es sei sogar eine eigene Stelle beim KSV dafür geschaffen worden. Babett Schwede-Oldehus lobte die Sparanstrengungen des Sports von bisher 313000 Euro seit 2011, machte aber deutlich: „Wir können nicht nur auf Einmaleffekte setzen. Es geht um langfristige strukturelle Einsparmöglichkeiten.“

Linken-Ratsherr Jonny Griese begrüßte die Entscheidung der KSV-Delegierten als „Signal, dass nicht mehr am Sport gespart werden darf. Die Prioritäten werden nicht richtig gesetzt.“ Statt auf Aspekte wie Stadtmarketing sollte mehr Wert auf Sport und Kultur gelegt werden. „Das sind Dinge, die beim Bürger unmittelbar ankommen“, sagte er. Wenn nun einseitig von der Verwaltung der Rotstift angesetzt werde, „gibt es sicher ordentlich Ärger. Und da steht die Linke auf Seiten des Sports“, sagte Griese.

„Gespart haben alle Bereiche, der Sport aber ganz besonders“, sagte der Vorsitzende des Schul-, Kultur- und Sportausschusses, Bernd Delfs (SPD), und nannte die 100 000 Euro Konsolidierungsbeitrag einen „riesigen Kraftakt“. Um den Sport zukunftsfähig aufzustellen, habe die SPD einen Sportinvestitionsfonds ins Gespräch gebracht. Im Moment sei es an den beiden Vertragspartnern Sport und Verwaltung, sich zu unterhalten.

Wie geht es nun weiter? „Die Verwaltung wird einen Vorschlag machen, wie der Sport die Gesamtsumme von 100 000 Euro pro Jahr einspart“, sagte Tauras. Das müsse aber politisch entschieden werden. Tauras setzt auf den Schulterschluss: „Bislang waren sich Verwaltung und Politik in dieser Frage relativ einig – die Haushaltskonsolidierung ist ein gemeinsames Projekt.“

Standpunkt:

Schwarzer Peter

Der Sport hat das Signal gesetzt: Beim Sparen sei das Ende der Fahnenstange erreicht. Doch ob das nun ein Befreiungsschlag oder ein Eigentor wird, ist noch fraglich. Denn  der Sport hat sich damit auch um Möglichkeiten gebracht, mitzuentscheiden, wo und wie gespart werden soll. Den schwarzen Peter hat hier erstmal die Verwaltung. Der OB verweist auf die Politik, die das letzte Wort habe. Politiker sehen Sport und Verwaltung am Zug.  Es geht um 25000 Euro –  nicht einmal ein Zehntausendstel des Haushalts, der für 2015 mit Ausgaben von 267 Millionen Euro   plant.  Dieser Betrag muss doch irgendwie als Dividende des Sportentwicklungsplans herausspringen. Also ran an die Planung, die den Sport fit für die Zukunft macht und alte und teure Zöpfe abschneidet.

 

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erstellt am 14.Okt.2014 | 05:30 Uhr

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