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Verkehrsberuhigung : „Nur Tempo 30 allein reicht nicht“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadtteilvorsteher wünschen sich mehr Kontrolle, um die Verkehrsberuhigung in den Wohnquartieren auch durchzusetzen. Elektronische Tempowächter haben sich bewährt

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erstellt am 18.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Verkehrsminister Reinhard Meyer will die Ausweisung von verkehrsberuhigten Zonen erleichtern. Künftig soll es nicht nur vor Schulen oder Kindergärten, sondern etwa auch auf viel befahrenen Durchgangsstraßen zum Schutz vor Rasern und Lärm „Tempo 30“ geben können, so sein Vorschlag. Neumünsters Stadtteilbeiräte bleiben skeptisch: Tempo 30 sei nur so lange sinnvoll, wie es auch durchgesetzt werde , lautet der Tenor einer Courier-Umfrage. Dabei muss es offenbar aber nicht immer gleich die Radarfalle sein.

Die Stellen, an denen die Blitzgeräte stehen, kennen die Autofahrer meist ohnehin, winkt beispielsweise Martin Kriese, Stadtteilvorsteher in der Gartenstadt, ab. Es seien ja nicht die Besucher von außerhalb, sondern in der Regel die Ortskundigen, die die Tempo-Zonen ignorierten, meint Kriese. Um gefährliche Bereiche besser zu sichern, setzt der Gartenstädter vor allem auf Zebrastreifen: Der Vorschlag seines Beirats, etwa vor der Schule am Nachtredder einen Zebrastreifen zu installieren, sei aber bislang bei der Stadt durchgefallen. Begründung: Zebrastreifen seien in der Tempo-30-Zone „nicht vorgesehen“. Für Kriese gehört diese Regelung auf den Prüfstand.

Unterstützung bekommt er dabei von Wittorfs Vorsteherin Sabine Krebs. Auch sie hält Zebrastreifen für ein probates Mittel, verkehrsberuhigte Zonen sicherer zu machen. „Die Tempo-30 Zone allein reicht nicht immer“, so Krebs. Einer ihrer Nachteile sei, dass die Autofahrer an ihren „Ausfahrten“ dann gern wieder richtig Gas gäben. Die Wittorfer drängen deshalb etwa darauf, die Tempo-30-Zone auf der Mühlenstraße bis an die Altonaer Straße zu verlängern.

Wie die meisten seiner Kollegen hält auch Gadelands Stadtteilvorsteher Dr. Volker Matthée das System der Tempo-30-Zonen in der Stadt für gut. Die Wohnquartiere seien fast flächendeckend beruhigt. Dennoch gebe es hier und da Nachholbedarf. Matthée würde etwa gern die Dannenkoppel am südlichen Ortsrand zum Tempo-30-Bereich machen. Wegen des wuseligen Verkehrs zum TSV-Sportplatz sei die kleine Straße stets eine Gefahrenquelle, so Matthée. Sein Amtskollege Jürgen Böckenhauer (Tungendorf) würde gern die schnurgerade verlaufende Ausfallstraße Am Kamp zur Tempo-Zone machen. Um die Akzeptanz von Tempo 30 beim Autofahrer zu verbessern, plädiert Böckenhauer wie sein Kollege Rolf Schaks (Böcklersiedlung) vor allen für den Einsatz elektronischer Tempowächter, die dem Autofahrer am Straßenrand zur Ordnung rufen, ohne gleich mit Bußgeld zu drohen. „Der Einsatz der Geräte hat sich bewährt“, betont Schaks. Einen anderen Vorschlag, die Akzeptanz von Tempo 30 zu erhöhen, macht Uwe Holtz (Brachenfeld): Die Tempolimits vor Kitas und Schulen sollten nur an Werktagen gelten: „Den Autofahrern leuchtet nicht ein , warum sie an einer geschlossenen Schule vorbeischleichen sollen.“

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