Reise-Trends : Nur noch wenige fliegen in die Türkei

„Deutschland als Reiseziel ist und bleibt beliebt“, stellt Imke Kaiser vom First Reisebüro fest.
„Deutschland als Reiseziel ist und bleibt beliebt“, stellt Imke Kaiser vom First Reisebüro fest.

Das Land am Bosporus ist bei Neumünsteranern als Urlaubsziel nicht mehr beliebt / Deutschland boomt / Geheimtipps: Island, Afrika und Kroatien

shz.de von
31. März 2017, 14:00 Uhr

Neumünster | Die Konflikte mit der Türkei schlagen auf den Reisemarkt in Neumünster voll durch. Das ergab eine Umfrage unter einigen Reisebüros in der Stadt über die beliebtesten Reiseziele der Neumünsteraner in diesem Jahr.

„Die Nachfrage nach der Türkei tendiert gen Null“, sagt etwa Christian Förster, Büroleiter von Dehn-Reisen an der Friedrichstraße. Auch für Tunesien lägen kaum Buchungen vor. Hingegen sei Griechenland wieder im Kommen. „Was immer geht, sind Spanien und Italien. Und Kroatien ist der neue Renner“, so Förster. Viele Anfragen gebe es nach wie vor auch für Urlaub in Deutschland. „Beliebt sind die Ostseeküste, die Mittelgebirge und Flußkreuzfahrten“, erklärt der Fachmann.

Dem kann sich Imke Kaiser vom First Reisebüro an der Wittorfer Straße grundsätzlich anschließen. „Deutschland als Reiseziel ist und bleibt beliebt“, sagt die Teamleiterin. Ein neuer Trend gehe auch nach Afrika, entweder Kenia und Tansania oder Namibia und Botswana. „Safari, Tiere schauen und Natur erleben, das wollen immer mehr Leute“, sagt sie. Außerdem boome die Nachfrage nach Island. „Wer da im Sommer noch einen Mietwagen buchen will, muss sich sputen.“ Ägypten und Griechenland würden wieder verstärkt nachgefragt. Dagegen seien die Nachfragen nach der Türkei und auch nach den Vereinigten Staaten von Amerika deutlich zurückgegangen.

Auch bei den Türkei-Spezialisten City-Reisen am Großflecken und Orient-Reisen an der Christianstraße merkt man die Auswirkungen der derzeitigen Situation. „Familien mit Kindern sind sehr zurückhaltend. Wer allerdings seit 20 oder 30 Jahren in die Türkei fliegt, macht das auch in diesem Jahr“, erklärt Fatma Tan, Inhaberin von City-Reisen. Ansonsten seien die Kanaren, die Balearen und Griechenland beliebte Reiseziele, sagt sie. Metin Tan, Chef von Orient-Reisen, bestätigt das. „Die Preise in der Türkei sind derzeit sehr billig. „Man bekommt zehn Tage im Fünf-Sterne-Hotel und all inclusive schon für 550 Euro“, erzählt er. Dennoch würden die Angebote im Moment wegen der politischen Lage nur von türkischen Landsleuten gebucht. „Die Deutschen fliegen da leider nicht hin.“ Dafür stehe neben Spanien vor allem Griechenland hoch im Kurs bei seinen Kunden.

Metin Tan hofft, dass sich der Konflikt im kommenden Jahr nach dem Referendum wieder entspannt. „Derzeit reisen vor allem Russen in die Türkei. Es wäre schön, wenn bald auch wieder Deutsche und Holländer kommen würden“, sagt er.

Reisewarnung für die Türkei:

Das Auswärtige Amt veröffentlicht auf seiner Homepage (www.auswaertiges-amt.de) Hinweise und Warnungen für Reisen in bestimmte Länder. Momentan heißt es dort: „Im Zuge des Wahlkampfes (für das Referendum) muss mit erhöhten politischen Spannungen und Protesten gerechnet werden, die sich auch gegen Deutschland richten können. Hiervon können im Einzelfall auch deutsche Reisende in der Türkei betroffen sein.“

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