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Jubiläum der katholischen Kirche : Nur fünf Gläubige bei der Gründung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die katholische Gemeinde feierte gestern ihren 150. Geburtstag mit einem Festprogramm. Zusammenschluss ist in zwei Jahren geplant.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2016 | 09:30 Uhr

Neumünster | Alles begann am Palmsonntag des Jahres 1866 mit fünf Gläubigen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung am Großflecken. Sie feierten eine katholischen Gottesdienst auf Reisekoffern als Kirchenbank, einem Altar aus alten Brettern zusammengezimmert, einem Taschen-Kreuz und Tassen des guten Services, die als Messkännchen dienten. Und zwei der Teilnehmer waren sogar Protestanten. 150 Jahre später darf sich die katholische Gemeinde der Pfarrei Neumünster über mehr als 5200 Gläubige, eine eigene große Kirche und rege Beteiligung am gesellschaftlichen Leben freuen. Mehrere hundert Gäste kamen gestern zum Jubiläum bei verschiedenen interessanten Veranstaltungen zusammen.

Der Tag begann mit einem feierlichen Hochamt, bei dem Pfarrer Peter Wohs am Vormittag über 300 Besucher in der St.Maria-St. Vicelin–Kirche begrüßen konnte. Zeitgleich trafen sich rund 30 Kinder im Eduard-Müller-Haus, wo anschließend auch der neue Kinderkirchenführer sowie die mit viel Liebe zum Detail von Wolfgang Fricke, Albert Marx, Dr. Thomas Roetz und Julia Weldemann ausgearbeitete neue Kirchenchronik vorgestellt wurden.

Knapp 100 Besucher lauschten am Nachmittag dann dem launigen Vortrag von Martin Colberg, dem Leiter des Diözesanen Kirchenarchivs des Erzbistums. Er erinnerte unter anderem daran, dass Katholiken in Neumünster Mitte des 19. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit waren. Die Magistrate der Städte durften sie nur auf Anfrage aufnehmen. Interessant auch: Bis in die 1950er-Jahre gingen sich Katholiken und Evangelen lieber aus dem Weg. Der evangelische Propst Stefan Block hob in seinem Grußwort dann die positive Entwicklung der Ökumene hervor. Es gebe „verschiedene Dialekte des Glaubens“, doch im Mittelpunkt stehe stets Jesus Christus.

Anschließend wurde ein Portrait von Eduard Müller vom Künstler Hilmar Friedrich feierlich enthüllt. Und die Gäste konnten sich sonst verschlossene lithurgische Gegenstände wie Kelche, Hostienschalen und zwei Monstranzen hautnah anschauen. Unter den vielen Gästen des Tages waren auch Gläubige aus Bad Segeberg und Bad Bramstedt. Diese beiden Gemeinden sollen voraussichtlich in zwei Jahren an Neumünster angeschlossen werden. Dann würde der Kirchenkreis von Nortorf und Flintbek bis an den Hamburger Rand reichen. Neu wäre das nicht. Schon in den Nachkriegsjahren gab es eine entsprechende Aufteilung, lernten die Besucher gestern.

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