Vortrag von Andreas Speit : Null Toleranz für Rechtsextreme

Referierte über Europas radikale Rechte: Journalist und Autor Andreas Speit.
Foto:
1 von 2
Referierte über Europas radikale Rechte: Journalist und Autor Andreas Speit.

Der Hamburger Journalist Andreas Speit referierte in der Holstenschule zu den Themen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus.

shz.de von
04. April 2014, 18:18 Uhr

Neumünster | In der Mensa der Holstenschule trafen sich 45 Interessierte, um sich rechtzeitig vor der Europawahlen mit dem Thema „Europas radikale Rechte – Rechtsextremismus und Rechtspopulismus“ auseinanderzusetzen. Einleitend referierte der Hamburger Journalist Andreas Speit, der als Kenner der Szene gilt und zum gleichen Thema ein neues Buch vorlegte. Eingeladen hatte das Bündnis gegen Rechts.

Speit und Kollegen hatten in den vergangenen Monaten in elf europäischen Ländern recherchiert. Der Autor verwies auf Fakten, beispielsweise auf den Volksentscheid in der Schweiz gegen weitere Einwanderung, bei dem 50,3 Prozent der Schweizer dafür stimmten. Eine Abstimmung in Deutschland hätte ein analoges Resultat erbracht, belegten aktuelle Umfragen von Medien.

Rechte Zeichen setzten auch die Wahlerfolge in Frankreich mit „Front National“, in den Niederlanden mit der „Partij voor de Vrijheid“ sowie rechte Bewegungen in Ungarn, Griechenland oder auch in den skandinavischen Ländern. Speit zog den Schluss: „Trotz aller nationalen Unterschiede gibt es Gemeinsamkeiten.“ Sie alle seien gegen die EU, Fremde und eine multikulturelle Gesellschaft. „Entgegen aller offiziellen Aussagen gibt es zahlreiche Verbindungen und Netzwerke, die sie für die Europawahlen nutzen wollen“, so Speit. Auf Wunsch der Veranstalter sprach Speit auch über die „Alternative für Deutschland“. Speit meinte, man müsse erst noch sehen, wohin sie sich entwickele, aber es gebe Ansätze, die sich mit rechten Argumenten vergleichen lassen.

Dieter Hanisch moderierte die anschließende Diskussion. „Die Neonazis versuchen sich als Diplomaten und werden in einigen europäischen Staaten toleriert“, meinte Matthäus Weiß vom Verband Deutscher Sinti und Roma und forderte uneingeschränkte Wachsamkeit.

Auf die Erfahrungen in Neumünster bezog sich Dr. Christof Ostheimer und sagte: „Die NPD ist keine Partei wie andere. Sie ist eine Naz-Partei, die unsere Gesellschaft abschaffen will.“ Seine Konsequenz: „Null Toleranz.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen