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Friedrich-Ebert-Krankenhaus : Nuklearmedizin schließt Bettenstation

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die stationäre Behandlung der FEK-Patienten soll künftig im Karl-Lennert-Zentrum in Kiel erfolgen.

Neumünster | Nach fast vier Jahrzehnten wird die Bettenstation der Nuklearmedizin im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) zum Jahresende geschlossen. Die stationäre Behandlung der Patienten soll künftig im Karl-Lennert-Zentrum des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel erfolgen. Die fünf Mitarbeiter, die auf der Bettenstation in Neumünster im Einsatz waren, gehen in den Ruhestand oder werden in andere Bereiche versetzt.

Auf der Station im Erdgeschoss des FEK wurden in den vergangenen Jahrzehnten knapp 10 000 Patienten behandelt, die unter anderem an Schilddrüsenerkrankungen, entzündlichen Gelenkerkrankungen oder Knochenschmerzen litten. Da bei der Behandlung radioaktive Substanzen eingesetzt werden, schreibt die Strahlenschutzverordnung einen mindestens 48-stündigen stationären Aufenthalt vor.

Die Schließung der Bettenstation hat laut FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen vor allem wirtschaftliche Gründe: „Die Zahl der Patienten, die stationär behandelt werden, ist immer weiter zurückgegangen. Von unseren vier Betten war im Schnitt nur eines zur Zeit belegt.“ Zudem hätte man einen sechsstelligen Betrag in eine sogenannte Abklinganlage investieren müssen. „Wir sind verpflichtet, alle Ausscheidungen der Patienten, darunter auch Duschwasser oder Essensreste, in einen Extra-Tank zu leiten. Erst nach einer eingehenden Untersuchung auf Reststrahlung dürfen wir diese Ausscheidungen in die Kanalisation leiten. Da unsere Tanks sehr alt sind, hätten wir sie komplett erneuern müssen“, erklärt der leitende Abteilungsarzt der Nuklearmedizin, Dr. Frank Wesemann.

Der Mediziner legt wert auf die Feststellung, dass es trotz der Schließung der Bettenstation eher zu einer Ausweitung des Angebotes der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie in Neumünster kommen wird. „Die ambulante Planung anstehender stationärer Behandlungen sowie die Nachsorge werden weiterhin durch die Praxis für Nuklearmedizin am FEK angeboten“, sagt Wesemann. Einzig für den stationären Aufenthalt, der im Schnitt drei bis fünf Tage dauert, werde den Patienten eine Behandlung im Karl-Lennert-Zentrum in Kiel angeboten.

Zum kommenden Frühjahr ist angedacht, das Untersuchungsspektrum und die Praxiszeiten im FEK auszuweiten: „Hier sind wir bereits mit den Planungen beschäftigt“, sagt Dr. Frank Wesemann.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 16:48 Uhr

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