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Projektbilanz : Notfall-Kinderbetreuung ist gefragt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stiftung „Beruf und Familie“ der Diakonie Altholstein hat 161 Eltern unter Vertrag / 25 Firmen sind Nutzer / 13 Arbeitsplätze wurden geschaffen

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | Was tun, wenn die Oma das Kind nicht betreuen kann, weil sie krank ist? Oder die Eltern beide länger arbeiten müssen? Für berufstätige Eltern hält die Stiftung „Beruf und Familie“ der Diakonie Altholstein seit zwei Jahren eine Notfall-Kinderbetreuung vor. Die Firmen zahlen für diese Absicherung, die Mitarbeiter-Eltern nichts. Die Bilanz fiel gestern positiv aus: Aktuell nutzen 25 Unternehmen das Angebot.

Das sind deutliche Zahlen: Vor zwei Jahren, als die Stiftung aus der Taufe gehoben wurde, waren es nur drei Unternehmen. Die Zahl der Geldgeber stieg von 13 zu Beginn auf aktuell 25. Stiftungsratsvorsitzende Andrea Wittmann sieht das als ein „Erfolgsmodell, das wir gerne exportieren.“ Denn die Stiftung betreute Firmen in Neumünster und im Kreis Segeberg, neu ist der Kreis Rendsburg-Eckernförde hinzugekommen. Gefördert werden soll so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – die Eltern können aufatmen, die Unternehmen vermeiden Personalausfall. Die Unternehmen zahlen je nach Anzahl der Mitarbeiter und Betreuungszeit gestaffelte Jahresbeiträge – für eine Firma mit 50 bis 100 Mitarbeiter sind das zwischen 1000 und 1200 Euro. Die arbeitenden Eltern schließen eine Betreuungsvereinbarung ab – insgesamt sind es 161. Die kleinste Firma hat 8, die größte 1200 Beschäftigte; rein theoretisch könnten 6000 Beschäftige von dem Angebot profitieren. Die Stiftung hat fünf Stützpunkte in Bad Segeberg, Neumünster, Henstedt-Ulzburg, Norderstedt und – neu – in Rendsburg. Betreut werden die Kinder aber auch zuhause – der größere Prozentsatz – oder im Betrieb, falls Räume vorhanden sind. In Anspruch genommen wurde die Betreuung in 49 Fällen im aktuellen Jahr, 2014 in 16 Fällen.

Betreut werden die Kinder durch Mitarbeiter der Diakonie mit der Mindestqualifikation Tagespflegekraft. Insgesamt sind 13 Betreuungskräfte unter Vertrag; drei von ihnen wurden jetzt als geringfügige Beschäftigte angestellt, sagt Susanne Niemax von der Diakonie, die die Unternehmen aquiriert.

Es gibt neben der bisherigen Notfall- und Ferienbetreuung jetzt die Sonderzeiten-Betreuung, so Bettina Niemax. Die Kinder werden betreut, wenn planbar die Kinderbetreuung durch Kita, Schule oder Tagesmutter ausfällt oder es einen Engpass in der Betreuung durch Fortbildung oder eine Dienstreise gibt. Ein weiteres Modul ist in Arbeit – für die Notfallbetreuung pflegender Angehöriger. „Das kommt in meiner Generation jetzt auf die Arbeitnehmer zu“, sagt Andrea Wittmann.

Über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf referierte Susanne Sparka, Personalleiterin bei der Hamburger Firma Philips Health Teck mit 1100 Beschäftigten. „Es gibt flexible Arbeitszeitmodelle, Familienpflegezeiten, Heimarbeit, ein Service zum Suchen von Tagesmüttern, und ein Familienservice mit Kindergarten. Aber nur fünf Prozent der Mitarbeiter nutzen das, weil in Hamburg die Betreuungsmöglichkeiten besser sind als in Schleswig-Holstein“, sagte sie.

 

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