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Friedrich-Ebert-Krankenhaus : Notaufnahme verbessert das Angebot

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Für 200 000 Euro ist im FEK umgebaut worden / Patienten sollen besser gesteuert werden, Betten vom Flur verschwinden

shz.de von
erstellt am 04.Jun.2017 | 10:00 Uhr

Neumünster | Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) hat am Donnerstag eine neustrukturierte und umgebaute Zentrale Notaufnahme (ZNA) eröffnet. „Die Menschen werden immer älter und kränker, auf der anderen Seite steigen die Erwartungen an eine schnelle und kompetente Medizin. Daher mussten wir handeln, denn der alte Zustand mit Betten auf den Fluren, langen Wartezeiten und Überlastung führte zu immer mehr Beschwerden und zu einem ernsten Level bei der Unzufriedenheit von Mitarbeitern“, sagt Dr. Alexander Adelhelm, Ärztlicher Leiter der ZNA.

Er betont zugleich, dass etwa 70 Prozent der Patienten mit sogenannten Bagatellerkrankungen kommen, die eigentlich vom Hausarzt oder der Anlaufpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung, die sich auch im FEK, befindet, behandelt werden könnten. „Die Zahlen sind bei der Anlaufpraxis seit zehn Jahren konstant, während sie in der Notaufnahme, die 1975 für 5000 Patienten ausgelegt war, im gleichen Zeitraum um 18  000 auf 35  000 pro Jahr angestiegen sind. „Ein Konzept, wie man den Trend umkehren kann, gibt es leider noch nicht“, so Adelhelm.

200  000 Euro hat der Umbau gekostet. Der Ambulanzbereich mit Sprechstunden-Terminen wurde komplett aus der ZNA herausgenommen. Drei zusätzliche Behandlungsräume entstanden. Der Wartebereich ist nun näher am Tresen. Neu ist eine sogenannte Entscheidungseinheit mit vier Monitoren. Dort bestimmen die Ärzte, wie schnell der Patient wegen seiner Erkrankung behandelt werden muss – ob in 10, 30 oder 90 Minuten. Ebenfalls neu ist die sogenannte Kurzliegereinheit. Zehn Betten stehen für Patienten bereit, bei denen die Diagnose und Aufenthaltsdauer unklar sind. Das Personal wurde aufgestockt. Das Team besteht nun aus 35 Kräften. Es sind fast immer Fachärzte vor Ort. Und: Ab Juli sollen alle Diagnosen und Daten elektronisch statt bisher auf Papier erfasst werden.

„Patienten werden nun aus einer Hand gesteuert“, sagt Adelhelm. Betten auf den Fluren und lange Wartezeiten sollen künftig die absolute Ausnahme sein. Wer krank ist, wird auch nicht mehr von Station zu Station geschoben, sondern direkt aus der ZNA auf die für ihn zuständige Station. Schon nach dem ersten Tag kann Nicole Giese, stellvertretende Pflegedirektorin, Erfolge ausmachen. „Am Morgen war es noch chaotisch mit vielen Betten auf den Fluren, am Nachmittag waren die dann plötzlich alle weg.“

Begeistert von der Umstrukturierung ist auch Dr. Adelhelm: „Weil wir nun auch besser zwischen ambulanten und stationären Fällen entscheiden können, vermindern wir nicht nur Wartezeiten, sondern vermeiden auch Verluste bei den Erlösen“, sagt er. Pro Patient in der ZNA bekomme das FEK im Schnitt 32 Euro, die Kosten aber lägen manchmal bei bis zu 200 Euro.

„Dadurch, dass wir jetzt schon die neue Struktur und die neuen Räume haben, sind wir gut auf das Jahr 2020 vorbereitet und dann eingespielt“, erklärte Adelhelm. Dann soll die Zentrale Notaufnahme im Neubau mit insgesamt elf Behandlungsplätzen und modernster Technik in Betrieb gehen.

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