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Holsteinischer Courier

22. August 2017 | 23:13 Uhr

Bauausschuss : Nortex will Sortimente wechseln

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Modehaus wünscht sich größere Verkaufsfächen für Schuhe und Parfümerieartikel. Die umstrittene Erweiterung beschäftigt jetzt wieder die Ratsversammlung.

Lag es an der drückenden Schwüle oder war dem Ausschuss eher das Thema zu heiß? – Die mit Spannung erwartete Debatte über das neue Einzelhandelskonzept der Stadt fand im Bauausschuss am Donnerstagabend jedenfalls nicht statt. Auf Antrag der SPD wurde die Aussprache kurzerhand in die Ratsversammlung verschoben, einen Beschluss in der Sache gab es nicht.

Lediglich die CDU drängte auf eine Vorentscheidung. Der Grund: Am runden Tisch mit den Ratsfraktionen hatte Nortex erst am vergangenen Montag seine umstrittenen Erweiterungspläne konkretisiert. Statt auf größere Verkaufsflächen drängt das Modehaus jetzt gezielt auf einen Sortimentswechsel innerhalb bestehender Verkaufsflächen, um sich im Wettbewerb mit dem benachbarten DOC besser behaupten zu können. So möchte Nortex den Verkaufsbereich für Schuhe von 800 auf 1600 Quadratmeter ausweiten und weitere 800 Quadratmeter für Parfümerie und Drogerieartikel reservieren. Beide Bereiche sollen dabei von den bestehenden Verkaufsflächen abgezwackt werden. Eine Untervermietung an Fremdanbieter (Shop-in-Shop-System) ist nicht mehr vorgesehen.

Allerdings: Auch der Sortimentswechsel widerspricht klar den Empfehlungen, die die Gutachter des Einzelhandelskonzepts der Stadt ans Herz legen. Um die Innenstadt als vorrangiges Einkaufszentrum zu schützen, raten die Experten dringend davon ab, Sonderstandorten wie Fresenburg oder Nortex weitergehende Zugeständnisse beim Verkauf so genannter innenstadtrelevanter Sortimente zu machen. Bereits mit den bislang erlaubten 800 Quadratmetern habe Nortex für das Segment Schuhe und Lederwaren die „Zumutbarkeitsschwelle“ erreicht, heißt es im Konzept.

Ratsfrau Helga Bühse (CDU) ist das zu ungenau. Sie forderte, von den Gutachtern eine Stellungnahme einzuholen, inwieweit sich die Nortex-Wünsche mit dem neuen Regelwerk vereinbaren lassen.

Dr. Wolfgang Stein (FDP) lehnte das aus grundsätzlichen Erwägungen ab: Ihm gehe es darum, generell über Lockerungen bei den Sortimentsauflagen nachzudenken, nicht um eine Lex Nortex zu schaffen, sagte Stein. Die Politik dürfe sich nicht zur Geißel von Gutachten machen lassen.

Auch SPD und Grüne lehnten Bühses Vorstoß ab. Franka Dannheiser (SPD) verwies auf den Antrag, den ihre Fraktion mit Blick auf Nortex bereits in der vergangenen Ratsversammlung eingebracht hatte. Auf Wunsch der CDU war der Antrag im April vertagt worden. „Wir sollten das jetzt im Paket diskutieren“, sagte Dannheiser.

 

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erstellt am 24.Mai.2014 | 08:45 Uhr

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