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Bauausschuss : Nortex: Bizarrer Streit um Parkfläche

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bauverwaltung setzt im Ausschuss eine Erweiterung des Sonderstandorts am Grünen Weg durch

Neumünster | Elke Christina Roeder (SPD) konnte sich den Jubel nur schwer verkneifen: Ja, man nehme das „sehr wohlwollend zur Kenntnis“, sagte sie, als im Bauausschuss einmal mehr die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts (EHK) für Neumünster aufgerufen wurde.

Der Antrag der Verwaltung bestätigt jetzt auch offiziell, dass die von der SPD durchgedrückte Sondergenehmigung zur Erweiterung des Modehauses sehr wohl mit der Leitlinie zur Steuerung des Einzelhandels in der Stadt zu vereinbaren ist. Die Ausnahme-Genehmigung schaffe keinen Präzedenzfall, mit dem das EHK rechtlich anfechtbar werden könnte, bestätigt ein von der Stadt beauftragtes Gutachten (der Courier berichtete). Genau das hatte die Stadt in einem jahrelangen Zwist mit der SPD immer wieder bestritten und sogar mit der Kommunalaufsicht gedroht.

Zeit, den Triumph auszukosten, blieb der SPD allerdings kaum, denn in derselben Sitzung musste sie im Zusammenhang mit Nortex nur wenig später auch eine Niederlage einstecken.

Auf Anraten von Stadtplaner Bernd Heilmann und gegen den erbitterten Widerstand der SPD segnete der Ausschuss eine Erweiterung des Sonderstandortes am Grünen Weg ab. Danach soll künftig auch eine von Nortex bereits genutzte Parkplatzfläche hinter dem Haus in den Bebauungsplan einbezogen werden. Weil die Fläche – bereits im Besitz der Firma Nortex – als Stellfläche genutzt werde, gebe es einen „sachlichen Zusammenhang“ zum Sonderstandort, die Fläche gehöre deshalb mit hinein, argumentierte Heilmann. Der Ausschussmehrheit leuchtete das ein, die SPD sah dafür keinen Grund, zumal die Erweiterung keine Bedeutung für die von Nortex geplante Erweiterung hat.

Auch Nortex-Geschäftsführerin Ingrid Först war enttäuscht über die Entscheidung: Mit der Einbeziehung in das Sondergebiet verliere Nortex die Verfügungsgewalt über das Grundstück. Hintergrund: Im Sondergebiet kann die Stadt sehr viel genauer als in einem normalen Gewerbegebiet vorschreiben, wie die Fläche genutzt werden darf.

Zum Fortschritt der Nortex-Erweiterungspläne selbst wollte sich Ingrid Först nicht äußern.

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erstellt am 04.Dez.2015 | 17:40 Uhr

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