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Holstenhallen : Nordbau setzt auf Grün und Digital

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nordeuropas größte Baufachmesse wird morgen von Ministerpräsident Daniel Günther eröffnet. 849 Aussteller zeigen ihre Neuheiten

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die Digitalisierung am Bau und die Schaffung von mehr Grün in der Stadt sind die Schwerpunktthemen der 62. Nordbau, die morgen von Ministerpräsident Daniel Günther auf dem Gelände der Holstenhallen eröffnet wird. 849 Aussteller aus 15 Nationen zeigen auf 20  000 Quadratmetern in acht Messehallen und auf 69  000 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Freien die Neuheiten der Branche. Die größte Baumesse Nordeuropas ist damit zum 16. Mal in Folge ausgebucht. Bis Sonntag werden wieder mehr als 60  000 Besucher erwartet.

Es brummt in der Bau- und Wohnungswirtschaft. „Wir wollen bauen, bauen, bauen“, sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, gestern bei der traditionellen Pressekonferenz kurz vor der Messe. Breitner vertritt die Interessen von 320 Mitgliedsunternehmen mit rund 750    000 Wohnungen im Norden. 1,8 Milliarden Euro werden von ihnen in diesem Jahr investiert, so Breitner.

Der Messeschwerpunkt kommt zur rechten Zeit. „Es gibt einen Zielkonflikt. Bezahlbarer Wohnraum darf nicht zu Lasten der Umwelt gehen. Das ist ein Spagat“, sagte Breitner und plädierte für eine Renaissance des Geschosswohnungsbaus. Man müsse sich vom Bau von Einfamilienhäusern in der Peripherie verabschieden. Sozialer Wohnungsbau komme heute in ganz anderer Anmutung und Mischung daher als früher etwa in Kiel-Mettenhof.

Unter dem Motto „Grün in die Stadt“ greift die Nordbau einen Trend beim innerstädtischen Bau auf. Bäume, die Entsiegelung von Flächen, um Starkregengüssen zu begegnen, oder die Gestaltung von Innenhöfen zur Verbesserung des Wohnwertes sowie die Wertsteigerung der Immobilie sind nur einige Aspekte einer großen Sonderschau in Halle 8. Das Gärtnern in der Stadt wird am Beispiel eines Kieler Innenhofs auf der Messe erlebbar gemacht.

Zweites Schwerpunktthema der Nordbau ist die Digitalisierung, die auf der Messe etwa anhand von 3-D-Scans erlebbar werden soll. Bernd Homfeldt, Leiter der festen Beltquerung bei der Deutschen Bahn, sprach sogar von „5-D-Planung – 3-D verknüpft mit der Termin- und Kostenplanung“. Die Bahn ist zum zweiten Mal vertreten und will ihre milliardenschweren Bauprojekte im Norden vorstellen. Homfeldt: „Wir erhoffen uns interessante Gespräche mit künftigen Auftragnehmern, suchen aber auch Personal.“ Auch dafür bietet die Messe mit der „Nordjob Bau“ am Freitag ein Forum.

Die Nordbau ist daneben nicht nur eine der größten Messen für Heizung, Klima- und Sanitärtechnik, sondern auch Deutschlands größte Plattform für Pflaster und Ziegel. Im Holzbauzentrum in Halle 5 wird ein fünf Meter hohes Holz-Modell des Empire State Buildings zu sehen sein. Ein Hingucker in Halle 7 ist ein großes Solarsegel, das sich nach der Sonne richtet. Ungewöhnlichster Messe-Gast wird das 75 Meter lange und 17 Meter hohe Zeppelin-Luftschiff aus Ludwigshafen sein. Es wird während der Nordbau vom Flugplatz am Baumschulenweg aus zu Flügen über das Messegelände und Mittelholstein aufsteigen.

Geöffnet hat die Nordbau ab morgen bis Sonntag, 17. September, jeweils von 9 bis 18 Uhr. Das Tagesticket kostet 10 Euro, für Schüler und Studenten 3,50 Euro. Kinder bis 14 Jahre haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Die etwa 6000 Besucherparkplätze liegen auf dem Gelände der früheren Hindenburg-Kaserne, dem Jugendspielplatz und auf dem ehemaligen Stock-Guss-Areal an der Rendsburger Straße. Ein Bus-Shuttle-Service bringt die Besucher von dort zum Messegelände.

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