Nordbau bricht Lanze für grüne Vorgärten

Svea Bruhn  ist angehende GaLa-Ingenieurin und zeigt mit Markus Prehn vorne die leblose Steinwüste mit den Buchsbaum-Kugeln und hinten das blühende Grün.
Svea Bruhn ist angehende GaLa-Ingenieurin und zeigt mit Markus Prehn vorne die leblose Steinwüste mit den Buchsbaum-Kugeln und hinten das blühende Grün.

Kampagne der Landschaftsbauer richtet sich gegen vermeintlich pflegeleichte, ökologisch total verarmte Steinwüsten

von
07. September 2018, 12:08 Uhr

„Rettet den Vorgarten“ heißt die bundesweite Kampagne, mit der der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLa) auf der Nordbau für mehr Grün und weniger Grau in Grau vor den Häusern wirbt. In der Holstenhalle 2 (Messemotto „Lebensräume gestalten“) haben die Landschaftsgärtner ein Negativ- und ein Positivbeispiel direkt nebeneinander gestellt.

Auf der einen Seite Buchsbaum-Kugeln im steril wirkenden Kieselbett, auf der anderen blühende Blumenpracht, Stauden und Gehölze. Der GaLa-Verband propagiert ganz klar Vorgärten als „blühende Visitenkarte“ eines Hauses.

„Es ist leider so, dass der Trend zum nur vermeintlich pflegeleichten, aber ökologisch total verarmten Vorgarten geht“, sagt Markus Prehn, Vizepräsident des Landesfachverbands.

In den auch in Neumünster immer häufiger anzutreffenden Kiesel- und Splittgärten lebe nichts. „Insekten und Vögel finden hier keine Nahrung, der Anblick ist eintönig“, sagt Prehn: „Wir plädieren ganz klar für einen bepflanzten grünen Vorgarten mit lebendigen Flächen, die den Jahresverlauf erkennen lassen.“ Gerade der Jahrhundertsommer habe den Unterschied gezeigt, meint Garten- und Landschaftsbau-Ingenieur Reinhard Greiwe. Der Stein-Garten sei nur heiß, der grüne Vorgarten sorge für ein besseres Kleinklima. „Es ist dort angenehm kühl“, betont Reinhard Greiwe.

Viele Messebesucher interessieren sich für das Thema. „Bei manchen beißt man aber auch buchstäblich auf Granit“, sagt Verbands-Vize Markus Prehn. Nicht so bei Nordbau-Besucherin Astrid Bossen aus Dithmarschen: „Alle packen sich Steine in den Vorgarten, das ist der Renner. Aber mein Fall ist das nicht“, sagt die Besucherin aus Dithmarschen.

Die Kampagne ist vor zwei Monaten angelaufen, ganz neu ist das Thema aber nicht auf der Nordbau. Schon im vergangenen Jahr lautete ein Messeschwerpunkt „Grün in die Stadt“. Dabei ging es um Ideen und Anregungen, wie man aus tristen Innenhöfen kleine grüne Oasen machen kann.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen