Noch lesenswert? – Unbedingt!

Tina Krauskopf: „Fallada bleibt lesenswert.“
Tina Krauskopf: „Fallada bleibt lesenswert.“

von
20. Juli 2018, 12:46 Uhr

Eines mal vorweg: Kein Mensch kann alle Bücher lesen, die es lohnt zu lesen. Auch kein Buchhändler, Schon gar nicht, wenn das Gesamtwerk so umfangreich ist wie das von Hans Fallada. Buchhändlerin Tina Krauskopf macht deshalb auch kein Geheimnis daraus, dass auch sie nur einen Bruchteil aller Fallada-Werke kennt. Auch so wird ihr SUB (Stapel ungelesener Bücher) immer größer, meint die Vielleserin und erkennt in dem Problem auch etwas Reizvolles: „Auch bei Fallada kann man bis heute Neues entdecken!“

Immerhin: Schon als Schülerin hat sie Fallada gelesen: „Ein Mann will nach oben“. Und schon damals hat ihr die genaue, nüchterne Art gefallen, mit der Fallada seine Sozialstudie von einem Mann, der sich abstrampelt, um im Leben zu bestehen, unaufhaltsam vorantreibt. Entsprechend klar fällt ihre Antwort auf die Frage aus, ob Fallada auch heute, 61 Jahre nach seinem Tod, noch lesenswert ist: „Ja, unbedingt!“

Der Klassiker (nicht nur) in Neumünsters Buchhandlungen ist natürlich „Bauern Bonzen und Bomben“, die Geschichte über die Landvolkbewegung und Kleinstadtpolitik, die Fallada in Neumünster hautnah miterlebte. Das Buch dürfte heute unzählige Neumünsteraner Bücherschränke schmücken.

Man kann sich Fallada aber auch ganz anders oder erneut nähern: Tina Krauskopf verweist auf zwei Fallada-Biografien, die im vergangenen Jahr im Aufbau-Verlag erschienen sind. Der Verlag hat 2010 die Rechte an Falladas Werk erworben. Seither bemühen sich die Berliner um spannend gemachte Neuauflagen und runden das Gesamtwerk mit biografischen Werken ab. Erst im Juni gab der Verlag einen Band mit unveröffentlichten Briefen an die Familie heraus: „Ohne Euch wäre ich aufgesessen“,

Für Aufsehen sorgte 2011 die Neuauflage von „Jeder stirbt für sich allein“, die Geschichte eines Ehepaares, das seinen einzigen Sohn auf dem „Feld der Ehre“ verliert und daraufhin Postkarten-Flugblätter gegen Hitler auslegt. Das Buch stürmte in den USA und in Israel bereits kurz nach Erscheinen die Bestsellerlisten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen