Polizeibericht : Noch keine heiße Spur im Fall Georg Linnemann

Georg  Linnemann
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Georg Linnemann

Das Schicksal des Studenten Georg Linnemann (28) bleibt auch zwei Wochen nach der ersten Öffentlichkeitsfahndung ein Rätsel.

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09. Juli 2015, 06:30 Uhr

Neumünster | Das Schicksal des Neumünsteraner Studenten Georg Linnemann (28) bleibt auch gut zwei Wochen nach der ersten Öffentlichkeitsfahndung durch die Polizei ein Rätsel. „Es gibt leider keine heiße Spur“, teilte Kriminalhauptkommissar Oliver Pohl von der zuständigen Polizeidirektion in Kiel gestern auf Nachfrage mit.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann, der in der Warmsdorfstraße wohnte, getötet wurde (der Courier berichtete). Als seine Lebensgefährtin ihren Freund, der an der FH Kiel Maschinenbau studierte, am 15. Dezember vergangenen Jahres vermisst meldete, stellte sich der Fall für die Ermittler noch völlig anders dar. Auch als sein dunkelblauer Golf IV (Kennzeichen NMS-ZX 88) am 20. Dezember in Hamburg gefunden wurde, gab es noch keine Hinweise auf ein Verbrechen. Erst im April bekamen die Ermittler den Tipp, dass Linnemann umgebracht worden sein könnte. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen zwei Männer (28 und 26) aus Neumünster und Kappeln, die aus dem persönlichen Umfeld des jungen Mannes sind.

Georg Linnemann ist für die Ermittler kein unbeschriebenes Blatt. Laut Polizei besteht der Verdacht, dass er zu einer Bande gehörte, die im ganzen Land Garagen und Lagerhallen aufbrach, Aufsitzrasenmäher und Motorräder stahl. Auch die beiden Tatverdächtigen, die weiterhin in Untersuchungshaft sitzen und offenbar zu den Vorwürfen schweigen, sollen aus diesem Umfeld stammen. Eine Leiche wurde trotz des Einsatzes von Spürhunden bis heute nicht gefunden.

Nach dem Schritt in die Öffentlichkeit vor gut zwei Wochen trudelten „Hinweise im niedrigen zweistelligen Bereich“ bei der Kieler Mordkommission ein. „Es war nicht die große Flut, und die Hinweise flauen auch schon wieder ab“, bedauerte der Polizeisprecher. Auch im Raum Bremervörde (Niedersachsen), wo der Arztsohn seine Kindheit und die Jugend verbracht hat, weiß niemand etwas über das mysteriöse Verschwinden von Georg Linnemann. Obwohl die Lokalzeitung vor Ort ebenfalls ausführlich über den Fall berichtet hatte, blieben dort hilfreiche Hinweise aus.

Die Mordkommission in Kiel bittet daher weiterhin mögliche Zeugen oder Mitwisser, sich zu melden. Insbesondere möchten die Ermittler wissen, wo das Auto des Vermissten zwischen dem 15. und dem 20. Dezember war, und wer es fuhr. Sie benötigen auch Informationen darüber, ob Georg Linnemann Zugriff auf eine Garage oder einen Lagerraum in Neumünster hatte. Hinweise werden unter Tel. 0431/1603333 erbeten.

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