Verkehrsanbindung : Noch ein Vorschlag für die Innenstadt

So stellen sich die Planer des Büros Blunck die Fassade des Geschäftshauses am Kuhberg 1-3 nach der Modernisierung vor. Rechts davon ist die Johannisstraße. Foto: Blunck
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So stellen sich die Planer des Büros Blunck die Fassade des Geschäftshauses am Kuhberg 1-3 nach der Modernisierung vor. Rechts davon ist die Johannisstraße. Foto: Blunck

Das Maklerbüro Lorenzen legt eine Alternative für die Verkehrsführung vor. Wigger will sein Firmengelände an der Kieler Straße aufgeben.

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05. März 2013, 05:30 Uhr

Neumünster | In die Debatte um die Verkehrsanbindung des Innenstadt-Einkaufszentrums kommt Bewegung. Eine neue Alternative zu den Plänen der Stadt für den Bahnhofsvorplatz (der Courier berichtete gestern) hat das Maklerbüro Lorenzen, das für die Volksbank die Modernisierung, Vermietung und Verwaltung der Immobilien am Kuhberg 1-3 und 5a-7 betreut.

Die Idee ist ein Kreisverkehr zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Haus Kuhberg 1-3. Die vom Zob kommenden Busse könnten sich über den Kreisel auf die Rendsburger Straße oder den Kuhberg verteilen. Die vom Gänsemarkt kommenden Busse müssten den Kreisel zum Wenden benutzen, um den Zob nach rechts abbiegend zu erreichen. Neu ist der Vorschlag, die Gasstraße - bisher eine Sackgasse - wieder zum Kuhberg und zur Rendsburger Straße hin zu öffnen.

Das Ganze läuft auf eine Parallele zur Kieler Straße hinaus, und zwar entlang der Bahngleise. Anne Hagendorn, Projektentwicklerin bei Lorenzen, stellt sich als "große Lösung" vor, den Verkehr schon vom Gelände des Fliesenmarkts C.J. Wigger oder sogar bereits ab dem Bahnübergang Kieler Straße/Bismarckstraße entlang der stillgelegten Ascheberger Bahn zur Gasstraße und zum Bahnhof zu führen.

Christian Wigger bestätigte auf Courier-Nachfrage: "Wir wollen unseren Sitz an der Kieler Straße 65 auflösen und an die Boostedter Straße verlegen. Wir haben mehrere Varianten überlegt und sind nach allen Seiten offen, etwa für Gewerbe, einen Handwerkerhof oder Wohnbebauung." Denkbar ist nach den Überlegungen von Makler Lorenzen auch ein Lebensmittelhändler als Ersatz für den ehemaligen Sky-Markt.

Christian Wigger nennt das Verkehrkonzept von Lorenzen interessant: "Wir beleben damit ein ganzes Quartier." Zwischen Bahnlinie und Mittelstraße gebe es "keine Wohnbebauung, kein richtiges Gewerbe, nur Hinterhof". Nach den Ideen von Lorenzen könnten die Flächen zwischen Gas- und Mittelstraße viel intensiver als bisher für ein citynahes Parken genutzt werden. Der Charme dieser Lösung: "Die entsprechenden Straßen wie die Gasstraße sind schon da, die Johannis- und Mittelstraße wären nur noch Bypässe. Eine Schmuddelecke wird enorm aufgewertet", sagte Martin Lorenzen.

Die Stadtplanung hatte dagegen vorgeschlagen, den Kuhberg am Konrad-Adenauer-Platz für den stadtauswärts fließenden Verkehr zu sperren und ihn über die Kieler und die Johannisstraße zu leiten (bei umgedrehter Einbahnrichtung). Für Matthias Lau, Chef des Investors Volksbank, ist auch das eine interessante Option. Vor allem aber: "Es ist Bewegung in die Sache gekommen, und Bewegung ist immer etwas Gutes." Man müsse versuchen, die beste Verkehrsführung zu schaffen. Lau: "Wir haben der Stadt ja mal nahegelegt, über eine Verlängerung der Kieler Straße zum Sager-Viertel nachzudenken."

Für Lau wie Lorenzen hängt das neue Interesse an der Bahnhofsgegend und die Nachfrage nach Büro- und Ladenflächen mit dem ECE-Einkaufszentrum zusammen. "Für mich ist das ein Indiz: Es passiert etwas, und die Wahrscheinlichkeit, dass das Einkaufszentrum kommt, steigt", sagte Lau.

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