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Schillsdorf : Nina und Horst Peters: Nach dem Jahrmarkt hat es gefunkt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Ehepaar aus Bokhorst hat heute diamantene Hochzeit.

Schillsdorf | „Ich habe sie von Anfang an geliebt. Sie war eine sehr schöne Frau.“ „Ich mochte so gerne an ihm, dass er so grundehrlich und solide war.“ So erinnern sich Nina (82) und Horst (85) Peters aus Bokhorst an die Anfänge ihres Kennenlernens. Das liegt mittlerweile über 60 Jahre zurück: Heute haben die beiden ihre diamantene Hochzeit.

Ein Paar wurden sie vor 63 Jahren im März 1951, nach dem Besuch des Jahrmarkts auf dem Jugendspielplatz in Neumünster: „Wir kannten uns vom Sehen, aber gefunkt hat es, als er mich gefragt hat, ob wir zusammen nach Hause gehen wollen“, erzählt die lebhafte gebürtige Weißrussin. Ab da waren sie unzertrennlich: „Wir haben uns täglich gesehen, er war immer bei uns zu Hause und hat sich prächtig mit meiner Mutter verstanden“, erzählt Nina Peters. Zur damaligen Zeit war ein offizielles Zusammensein dennoch wichtig: „Verlobt haben wir uns, damit wir zusammen in den Urlaub fahren konnten, sonst hätte ihre Mutter uns nicht mit meinem Bruder und seiner Verlobten zum Zelten gelassen“, erinnert sich der einstige Versicherungsangestellte Horst Peters. „Damals schliefen auf dem Zeltplatz Damen und Herren getrennt – aber natürlich haben wir nachts die Zelte gewechselt“, erinnert sie sich lachend.

Unkonventionell lief der Heiratsantrag ab: „Nach drei Jahren Verlobung hat sie mich vor die Wahl gestellt: ,Entweder, wir heiraten oder es ist aus.’ Klar, dass ich sie dann geheiratet habe.“ Dafür musste der in Neumünster geborene Peters allerdings noch eine Hürde nehmen: „Ich war nicht konfirmiert, wie viele in der Nazizeit. Da meine Frau aber unbedingt kirchlich heiraten wollte, bin ich mit 25 Jahren zum Konfirmandenunterricht gegangen.“ Nach der Hochzeit haben die jungen Leute sofort eine gemeinsame Wohnung in der Böcklersiedlung bezogen – damals betrug die Miete 25 Euro im Monat. „Meine Mutter wohnte im selben Haus, sie war immer für uns da, hat gekocht und auf unsere Tochter aufgepasst“, entsinnt sich Nina Peters. Beide verreisen immer noch gerne, sie haben in Kalifornien an der Ostsee einen Campingwagen. „Da toben wir dann den ganzen Sommer über“, sagt sie und ihr Mann ergänzt: „Wir haben viel Tischtennis zusammen gespielt. Wir waren sogar Campingplatzmeister.“

Das verflixte siebte Jahr kennt das Ehepaar nicht, auch sonst können die beiden auf harmonische Jahre zurückblicken: „Wir streiten uns nicht. Es gab auch mal zwei Tage, da haben wir miteinander gemault, aber dann haben wir festgestellt, dass uns die Zeit zu schade ist. Lieber besprechen wir alles und finden Kompromisse.“ „Und Toleranz ist wichtig“, fügt Horst Peters hinzu. „Meine Frau lässt mich drei Mal in der Woche zum Sport gehen.“ Geheiratet haben die beiden in der Vicelinkirche, die diamantene Feier findet am Wochenendel statt.


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