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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 01:08 Uhr

Synode : Nicht viel Luft für neue Aufgaben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kirchenkreis Altholstein rechnet aber mit mehr Kirchensteuern.

Rickling | Einstimmig hat die Synode des Kirchenkreises Altholstein am späten Mittwochabend in Rickling den Haushaltsplan für das Jahr 2016 beschlossen. 2016 rechnet der Kirchenkreis erneut mit mehr Kirchensteuern: 25,4 Millionen Euro sind im Haushalt eingeplant, das sind 1,6 Millionen mehr als im Vorjahr. Dennoch wird zum Sparen ermahnt.

„Geld zu erarbeiten ist schwer“, stellte Matthias Gemmer fest, der als Mitglied des Kirchenkreisrates den Haushalt ins Kirchenparlament einbrachte. „Deshalb vielen Dank an die Kirchensteuerzahler, die den größten Anteil an der Finanzierung unserer Arbeit haben“, bat er eindringlich.

Sämtliche Einnahmen zusammengenommen kommt der Kirchenkreis auf gut 30 Millionen Euro. „Trotzdem müssen wir weiterhin an der restriktiven Ausgabenpolitik festhalten“, mahnte Gemmer. Den Kirchengemeinden riet er, weiterhin vorsichtig zu planen: „Es gibt nicht viel Luft für neue Aufgaben, weniger Mitglieder heißt irgendwann auch weniger Geld.“

Aus diesem Grund stockt der Kirchenkreis auch 2016 die Rücklagen weiter auf und sorgt gleichzeitig dafür, dass vom Kirchensteuer-Plus auch die Gemeinden profitieren. „Dieser Haushalt stärkt die Gemeinden“, zeigte sich Pastor Christian Dahl überzeugt, der Vorsitzende des Finanzausschusses. Mit rund einer Million Euro mehr können die 53 Kirchengemeinden rechnen. „Das sind 9,1 Prozent mehr als 2015, damit können sie gut wirtschaften“, fand Dahl.

Ein Antrag, weniger Geld in die Rücklagen zu stecken und es stattdessen an alle zu verteilen, erhielt kaum nennenswerte Unterstützung. So blieb es bei knapp 12 Millionen Euro für die Kirchengemeinden insgesamt.

Auf der Tagesordnung der Synode stand in Rickling außerdem die Bildung eines siebenköpfigen Umweltausschusses, der sich in Zukunft intensiv mit Aspekten des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit auseinandersetzen wird. In geheimer Wahl bestimmten die Synodalen als Mitglieder: Arne Gattermann, Dr. Beate Jentzen, Pastor Ole Kosian, Gerhard Oosting, Astrid Pfau, Udo Schiffer und Matthias Voigt.

Fröhlicher Gesichter gab es am späten Abend bei der Neumünsteraner Wicherngemeinde. Die Synode machte den Weg frei für eine zweite Pfarrstelle. Die Zustimmung knüpfte sie an die Bedingung, dass die Kirchengemeinde 75 Prozent der Kosten selbst finanziert.

Viel Applaus gab es für den Bericht des Kirchenkreisratsvorsitzenden, Propst Thomas Lienau-Becker. Er skizzierte die Themen, die das Gremium im zurückliegenden Jahr beschäftigten und im kommenden Jahr beschäftigen werden, beispielsweise die Umsetzung des Klimaschutzgesetzes, die Herausforderungen als Träger von Kindertagesstätten oder Justierungen in der Verwaltung. Im Hinblick auf die Kirchenwahl 2016 wies Lienau-Becker darauf hin, dass es offenbar immer schwerer falle, genügend Durchhaltevermögen für die Mitarbeit in kirchlichen Gremien aufzubringen: Hinzu kämen umfangreiche Rechts- und Verfahrensregeln, die es zu beachten gelte. Für die Zukunft sagte der Kirchenkreisratsvorsitzende voraus, müsse man mehr denn je lernen, in Verschiedenheit zusammenzuleben. „Das gilt gerade auch vor der Aufgabe, Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren“, sagte Lienau-Becker. Er wünsche sich eine Kirche von und für Menschen in allen ihren Lebensumständen. Einer Gruppe davon widmet sich die Themensynode im Frühjahr in Neumünster. Das Thema lautet dann „Welche Kirche braucht Familie?“. 

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