Betriebserlaubnis : Neustart fürs Tierheim Neumünster

Volker Walden (von links) Dr. Stephanie Uhde, Martin Heinze, Jule Eising und Regina Deisler mit „Blacky“, dem ersten Hund, der in das Tierheim Neumünster eingezogen ist.
Volker Walden (von links) Dr. Stephanie Uhde, Martin Heinze, Jule Eising und Regina Deisler mit „Blacky“, dem ersten Hund, der in das Tierheim Neumünster eingezogen ist.

Gestern wurde die Betriebserlaubnis für die Einrichtung erteilt. Fundtiere gehen zunächst weiterhin nach Wasbek.

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16. August 2018, 07:30 Uhr

Neumünster | Die Erleichterung stand Dr. Stephanie Uhde ins Gesicht geschrieben: In ihren Händen hielt sie gestern die 25 Seiten starke Betriebserlaubnis für ihr Tierheim im Stadtwald. Das bedeutet: Ab sofort dürfen die Leiterin und ihr Team wieder Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel aufnehmen.

Das bezieht sich zunächst allerdings nur auf Tiere, die von ihren Besitzern abgegeben werden. Denn: „Solange die Stadt keinen Kooperationsvertrag mit der Einrichtung geschlossen hat, müssen Fundtiere weiterhin im Tierheim in Wasbek abgegeben werden“, betonte Thorben Pries, Büroleiter des Oberbürgermeisters.

Einen Vertragsentwurf für Fundtiere will die Stadt so schnell wie möglich dem Tierheim zukommen lassen. Die Kooperation mit dem Wasbeker Tierheim wurde gerade erst um ein Jahr verlängert und werde bis auf Weiteres fortgeführt. Das Neumünsteraner Tierheim führt neben der Stadt auch mit weiteren Einrichtungen bundesweit Kooperationsgespräche, zum Beispiel mit „Tier in Not Odenwald“.

„Hinter uns liegt ein hartes Jahr, der Tierschutzverein hat einen sechsstelligen Betrag ins Tierheim investiert und wir immer wieder nachgearbeitet, damit wir alle Voraussetzungen erfüllen“, erklärt Uhde. Allein die Vogelvoliere und der Quarantäne-Bereich für Hunde haben 10 000 und 20 000 Euro gekostet. Außerdem wurde saniert und ein Katzenaußengehege neu gebaut. „Auch die Hunde-Boxen haben wir nun durch Umbaumaßnahmen auf die vorgeschriebene Größe gebracht“, sagte Uhde. Rund 22 Quadratmeter haben nun bis zu drei Hunde in einer Box zur Verfügung. Uhde: „Wir setzen da bewusst auch auf Gruppenhaltung.“

Die Tierärztin und ihre vier Mitarbeiter bieten in den Räumen und Käfigen Platz für 18 Hunde, bis zu 16 Katzen, 30 Vögel sowie rund 30 Kleintiere. „Der Platz für die Katzen reicht natürlich nicht aus. Deshalb wollen wir mit der Stadt und der Politik ins Gespräch gehen und streben langfristig eine Erweiterung des Tierheims an“, erklärte die Leiterin.

Neben der Tierunterbringung wurden auch Büro- und Mitarbeiterräume geschaffen sowie ein Tierarzt-Zimmer, in dem die ankommenden Tiere eine Erstuntersuchung erhalten. „Es gibt hier weder Röntgengeräte noch Ultraschall und es werden nur die Tierheim-Tiere untersucht“, betonte Stephanie Uhde. Eine Tierarztpraxis, wie von Uhde ursprünglich angestrebt, darf im Stadtwald nicht errichtet werden, weil dies der Pachtvertrag verbiete, so Pries.

Pläne hat das Tierheim-Team auch schon: Der Trakt, in dem die Katzen-Quarantäne und Krankenstation untergebracht sind, soll mittelfristig abgerissen werden. Derzeit entsteht noch ein Außenareal für Kleintiere. „Für all das brauchen wir aber die Unterstützung der Neumünsteraner“, so Uhde. Langfristig soll sich das Tierheim nämlich über drei Säulen finanzieren: Die Mitgliedsbeiträge des Tierschutzvereins, Gelder der Stadt für die Fundtierunterbringung und Spenden von Bürgern.

Im August 2016 wurde die ehemalige Tierauffangstelle in Neumünster wegen baulicher, hygienischer und personeller Defizite geschlossen. Im August 2017 hatte sich der Tierschutzverein neu konstituiert und in das Areal investiert. Noch in der vergangenen Woche wurden kleinere Nacharbeiten gemacht, um die Betriebserlaubnis zu bekommen.

Die ersten Bewohner sind gestern gleich eingezogen: Hund „Blacky“ wurde von seinem Besitzer abgegeben und drei Meerschweinchen wurden von einem anderen Tierheim übernommen.

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