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Aufruf an die Bürger : Neumünsters OB: „Nehmt junge Flüchtlinge auf“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Zahl junger unbegleiteter Asylbewerber steigt rasant. Die Flüchtlingsbeauftragte richtet ein Vermittlungs-Telefon ein.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 16:30 Uhr

Neumünster | Immer mehr minderjährige Flüchtlinge müssen in Neumünster betreut werden. Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) nahm allein vom 1. bis 14. September 210 Asylbewerber unter 18 Jahren in Obhut. Insgesamt stieg die Zahl der Jugendlichen  für den ASD binnen drei Monaten um mehr als 100 auf nun 310. Weil die Betreuungs- und Unterbringungsmöglichkeiten immer beschränkter werden, bittet Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras nun die Bevölkerung um Mithilfe: Neumünsteraner sollten Patenschaften und Vormundschaften übernehmen und die Flüchtlinge im Idealfall sogar in ihrem Haushalt aufnehmen.

„Das ist ein großes Vorhaben, das braucht die ganze Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras vor über 100 Vertretern von Vereinen, Verbänden, Kirchen und politischen Parteien im Rathaus. Das neue, breite Netzwerk steht mit seinen Angeboten hinter der Flüchtlingsarbeit der Stadt. Die jungen Flüchtlinge stammen zum Großteil aus Afghanistan und Syrien.

Heute richtet die neue Flüchtlingsbeauftragte Eilean Layden ein Vermittlungs-Telefon ein. Wer junge Flüchtlinge unterstützen oder auch Geld spenden möchte, kann sich montags bis freitags zwischen 10 und 12 Uhr sowie donnerstags auch zwischen 16 und 18 Uhr unter Tel. 942-2299 oder per Mail an eilean.layden@neumuenster.de bei ihr melden. Sie vermittelt dann an die Jugendhilfe-Träger Iuvo  (Diakonie) und  Safety-Villa (ein traumapädagogisch orientierter Träger für Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen). „Das Ganze geht schnell und unbürokratisch“, versprach sie. Drei Angebote sind laut Stadt vorgesehen:

1. Freizeitangebote: Hier kann jeder einmalig oder regelmäßig Jugendliche mit zu Ausflügen nehmen, mit ihnen ein Projekt angehen oder die deutsche Sprache üben.

2. Patenschaft: Hier sollten sich Interessenten über einen längeren Zeitraum einem Jugendlichen (zwischen 14 und 19 Jahren) widmen, seine Fragen zur deutschen oder europäischen Kultur beantworten, Deutsch üben und dauerhaft etwas unternehmen.

3. Die Vormundschaft: Ein Vormund übernimmt die Elternpflichten bzw. die gesetzliche Vertretung und entscheidet in wichtigen Fragen als Vertreter der Eltern. Die Aufnahme im eigenen Haushalt ist nicht verpflichtend, aber denkbar. Die Vormundschaft endet mit der Volljährigkeit oder wenn die leiblichen Eltern ausfindig gemacht werden.

Für Unterstützung stehen laut ASD-Chef Jörg Hellberg Profis von der Stadt oder der Kirche bereit. Das Amtsgericht schiebt bei Vormundschaftsverfahren laut Direktor Andreas Martins zwar „eine riesige Antragsflut“ vor sich her, will die aber schnell abbauen.

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