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Neue Kontodaten : Neumünsteraner sind IBAN-sicher

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Seit Montag gelten die neuen Kontodaten auch für private Bankkunden. Fehler in der Überweisung sind nur noch die absolute Ausnahme

von
erstellt am 03.Feb.2016 | 14:00 Uhr

Neumünster | Die Schonzeit ist vorbei. Nach Unternehmen und Vereinen müssen seit Montag auch private Kontoinhaber bei Überweisungen und Lastschriften ihre internationale Kontonummer angeben. Wer das nicht tut, riskiert, dass seine Überweisung nicht oder nicht rechtzeitig ausgeführt wird. Das kann nicht nur Zeit, sondern auch bares Geld kosten – zum Beispiel wenn der Zahlungsempfänger wegen der verspäteten Zahlung Mahngebühren in Rechnung stellt.

In der Praxis wird das in Neumünster allerdings die Ausnahme bleiben, wie eine stichprobenartige Umfrage des Couriers unter Neumünsteraner Kreditinstituten stark vermuten lässt: „Unsere Kunden haben die Umstellung längst verinnerlicht“ , sagt etwa Stephan Kronenberg, Sprecher der Sparkasse Südholstein, und spiegelt damit das Stimmungsbild der ganzen Branche wider. Für die Kunden zahle sich jetzt aus, dass die Sparkasse bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf Anpassungen im europäischen Zahlungsverkehr aufmerksam gemacht und offensiv für die Umstellung geworben habe, sagt Kronenberg.

Die Sparkasse hat zuletzt vor einem Vierteljahr die Zahlungsvorgänge ausgezählt, die noch nach den alten Bankdaten abgewickelt wurden: Ganze 26 handschriftlich eingereichte Überweisungsvordrucke wiesen im Oktober noch die seit Montag endgültig ungültigen Konto- und Bankleitzahlen aus – „und auch das zumeist nur, weil die Kunden noch alte bereits vorausgefüllte Überweisungsvordrucke von Unternehmen verwendet haben, ohne die eingedruckten Daten zu überprüfen“, wie Kronenberg schildert.

Ähnliche Erfahrungen hat man bei der Volksbank gemacht: „Wir sehen das total entspannt, fast alle haben fleißig umgestellt“, lobt Sprecherin Anna Wiatrok die Bankkunden. Noch zum Jahreswechsel hatte die Bank ihre Kunden letztmals auf das Auslaufen der alten Kontodaten zum 1. Februar aufmerksam gemacht. Schon in den vergangenen Monaten seien Aufträge mit den alten Kontodaten aber „die absolute Ausnahme“ gewesen, sagt Wiatrok. Was auch damit zusammenhängen mag, dass die Zahl der beleghaften Anweisungen ohnehin stark rückläufig ist. Das Gros der Aufträge wird heute über Automaten abgewickelt, die die alten Daten – soweit möglich – transferieren.

Gut zu wissen: Weder Sparkasse noch Volksbank und auch die meisten anderen Kreditinstitute wollen die letzten Nachzügler bei der Umstellung im Regen stehen lassen: „Falsch ausgefüllte Aufträge lassen wir selbstverständlich nicht einfach liegen“, versichert Sparkassensprecher Stephan Kronenberg. „Soweit irgend möglich werden wir die Kunden umgehend ansprechen, um möglichst rechtzeitig Korrekturen abzufordern.“ Unliebsame Überraschungen für die Kunden wolle man auf jeden Fall vermeiden, auch wenn die Sparkasse dafür nichts könne, so Kroneneberg.

Die seit Montag verbindliche IBAN („International Bank Account Number“) löst das bisherige System von Kontonummer und Bankleitzahl ab und soll im innereuropäischen Zahlungsverkehr dazu beitragen, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zu standardisieren und so zu beschleunigen. Der „Zahlungsverkehrsraum“ Sepa („Single Euro Payments Area“) umfasst 34 Länder.

Das Problem für viele Bankkunden: Die neue IBAN ist deutlich länger als die bisherige Bankleitzahl und Kontonummer und wirkt damit zunächst unübersichtlich. In Deutschland hat sie 22 Stellen. Sie beginnt mit der Länderkennung „DE“, auf die eine zweistellige Prüfziffer folgt, die vor Zahlendrehern schützen soll. Danach folgen die bisherige Bankleitzahl und die bisherige Kontonummer. Sie wird gegebenenfalls mit Nullen aufgefüllt, bis 22 Ziffern erreicht sind.

Eine Sprecherin der Deutschen Bank empfahl gestern, sich die 22-stellige IBAN in Vierer-Blöcken zu merken.

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