Mit Video : Neumünster wählt: Holt die SPD das Rathaus zurück?

Sie will seinen Job: Elke Christina Roeder (SPD) tritt gegen Dr. Olaf Tauras an. Er ist parteilos, wird von CDU, FDP und Grünen unterstützt.
Sie will seinen Job: Elke Christina Roeder (SPD) tritt gegen Dr. Olaf Tauras an. Er ist parteilos, wird von CDU, FDP und Grünen unterstützt.

Kein geeigneter SPD-Kandidat aus Neumünster - aber in Niedersachsen wurde man fündig: Für die SPD geht Elke Christina Roeder aus Bad Pyrmont ins Rennen. Sie fordert den amtierenden Bürgermeister Olaf Tauras heraus.

shz.de von
09. Mai 2015, 19:47 Uhr

Neumünster | Die Oberbürgermeisterwahl 2009 war für Neumünsters SPD ein schwarzer Tag: Zum ersten Mal seit 1948 wurde kein SPD-Mann auf den Chefsessel im Rathaus gewählt, sondern mit großem Vorsprung der parteilose Dr. Olaf Tauras. Er tritt auch jetzt wieder an, aber die SPD will das Rathaus nach sechs Jahren zurück erobern. Am Sonntag hat Neumünster die Wahl.

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Tauras war 2009 als damaliger Chef der Neumünsteraner Wirtschaftsagentur ins Rennen gegangen und war von CDU, FDP und Grünen unterstützt worden; dieses so genannte „Tauras-Bündnis“ hatte der damalige CDU-Vorsitzende Torsten Geerdts über Jahre hinweg geschmiedet. Die drei Parteien stehen auch diesmal wieder hinter Tauras (47), der einen gewissen Amtsbonus hat.

Die SPD fand keine Kandidatin aus Neumünster, aber mit Unterstützung des Landesvorsitzenden Ralf Stegner entdeckten die Sozialdemokraten dann Elke Christina Roeder (48) in Bad Pyrmont (Niedersachsen). Dort war sie von 2006 bis 2014 Bürgermeisterin gewesen, hatte die Wiederwahl aber gegen einen CDU-Kandidaten verpasst. Seit November lebt sie nun in Neumünster.

Amtsinhaber Tauras wirbt für sich hauptsächlich mit wirtschaftlichen Argumenten: Es gibt in Neumünster heute 3000 sozialversicherungspflichtige Jobs mehr als 2009; die Stadtfinanzen stehen deutlich besser da, obwohl in seiner Zeit auch viel Geld in Kitas und Schulen gesteckt wurde und eine neue Feuerwache gebaut wurde.

Roeder will die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern, den Kita-Besuch kostenlos machen, Familienzentren bauen, Schulen verbessern. Sie verspricht mehr Bürgerbeteiligung, will die Jugendarbeitslosigkeit stärker bekämpfen und möchte beim Verkauf von Grundstücken die Firmen bevorzugen, die stabile Arbeitsplätze garantieren.

Um den Chefsessel von Schleswig-Holsteins viertgrößter Stadt bewerben sich außerdem Sven Schmidt, Diplom-Kaufmann aus Scharbeutz, als Kandidat der Alternative für Deutschland sowie Mark Michael Proch, Arbeiter und Ratsherr der NPD in Neumünster.

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