Baustellen : Neumünster: Verkehrs-Chaos in der Innenstadt

Zwischen dem Taxi und dem kleinen Schulbus versucht sich ein Privatwagen entgegen der Verkehrsregeln über die gesperrte Kieler Brücke zu schummeln. Gestern hielten sich viele Autofahrer nicht an das Durchfahrverbot.
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Zwischen dem Taxi und dem kleinen Schulbus versucht sich ein Privatwagen entgegen der Verkehrsregeln über die gesperrte Kieler Brücke zu schummeln. Gestern hielten sich viele Autofahrer nicht an das Durchfahrverbot.

An der Kieler Brücke hielten sich viele Autofahrer im Baustellenbereich nicht an die neue Verkehrsführung. Langer Stau auf dem Schleusberg. Mit einem Kommentar von Dörte Moritzen.

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19. Mai 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Zwei neue Baustellen in der Innenstadt strapazieren seit gestern die Nerven der Autofahrer. An der Kieler Brücke versuchte mancher die Sperrung zu ignorieren und illegal vom Kuhberg auf den Großflecken beziehungsweise in die entgegengesetzte Richtung zu fahren. Und wer vom Schleusberg gen Innenstadt unterwegs war, stand lange vor der Ampel am Museum Tuch + Technik im Stau. Schuld war hier der Umbau der Kreuzung Bahnhofstraße / Am Teich  / Schleusberg.

Keinen leichten Stand hatte Nico Kittel. Der Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Hauschildt und Blunck, der normalerweise rund um die Großbaustelle der Holsten-Galerie seinen Dienst versieht und Falschparker aufschreibt, war von den Bauarbeitern zur Kieler Brücke gerufen worden – zu groß war das Chaos insbesondere aus nördlicher Richtung.

Auf der Kieler Brücke ist seit gestern Morgen die Durchfahrt zum und vom Großflecken für den Durchgangsverkehr gesperrt, weil die Abdichtung über die Schwale erneuert werden muss. Nur Busse und Taxen dürfen passieren. Allerdings hielten sich bei Weitem nicht alle Autofahrer an die Sackgassenregelung. Bis auf Weiteres ist nur die Fahrt vom Rathaus bis Höhe Karstadt erlaubt, dann muss an der Verkehrsinsel gewendet werden.

Nico Kittel postierte sich direkt an der Ecke Kuhberg  /  Kieler Brücke und winkte alle Autofahrer, die entgegen der Beschilderung Richtung Rathaus fahren wollten, aus dem Baustellenbereich wieder heraus. „In zwei Stunden waren es wohl so um die 80 Fahrzeuge“, schätzte Nico Kittel. Nicht immer stieß er bei den Verkehrsteilnehmern auf Verständnis. „Da wird einem schon mal der Mittelfinger gezeigt. Aber da steh’ ich drüber“, meinte er gelassen. „Meist versuchten die Fahrer der Privatwagen, sich schnell hinter Bussen oder Taxen durchzumogeln“, erzählte der Sicherheitsbedienstete.

„An der Kieler Brücke fehlt vielen Autofahrern noch die Disziplin. Deshalb wurde der Sicherheitsdienst dort gestern mit eingebunden“, erklärte Bauamtsleiter Ralf-Joseph Schnittker. „Insbesondere Ortskundige, die es gewohnt sind, dort langzufahren, hatten am ersten Tag Probleme“, so Schnittker. Die Stadt will jetzt prüfen, ob die Beschilderung missverständlich oder schlecht zu sehen ist. „Ansonsten haben wir erst mal Verständnis und hoffen, dass es sich in zwei, drei Tagen eingespielt hat“, erklärte Schnittker. Sollte sich die Lage nicht bessern, wird es als letztes Mittel Polizeikontrollen geben“, sagte der Bauamtsleiter.

An der Kreuzung vor dem Museum Tuch + Technik sind die Probleme in nächster Zeit nicht in den Griff zu kriegen. Weil Kopfsteinpflaster gegen Asphalt ausgetauscht wird, bleibt bis zum 25. Mai eine Spur des Schleusbergs gesperrt. Danach wandert die Baustelle auf die andere Seite, so dass die Einmündung Bahnhofstraße dicht ist. Am Sonntag, 31. Mai, wird dann die gesamte Kreuzung für die Asphaltierung gesperrt. „An dem Stau zu Stoßzeiten wird sich leider erst mal nichts ändern“, bedauerte Schnittker.

Kommentar:

Ein bisschen Disziplin, bitte!

Na klar, Baustellen und dadurch bedingte Umwege sind nervig. Aber kaputte Straßen sind auf   Dauer auch nicht besser. Baustellen müssen also sein. Deshalb ist es ein Unding, wenn Autofahrer  sich einfach über Umleitungen   dreist hinwegsetzen. Denn die vorübergehenden Regelungen wurden schließlich nicht zum Spaß eingerichtet. Sie sorgen stattdessen für die reibungslose Arbeit auf der Baustelle. Nur wenn die gewährleistet ist, kann der Zeitplan eingehalten werden. Ein wenig mehr Disziplin wäre deshalb angesagt – insbesondere, wenn man schnell wieder freie Fahrt haben möchte.

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