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Keine Influenza-Fälle : Neumünster trotzt der Grippewelle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bislang ist kein Fall der meldepflichtigen Influenza in der Stadt bekannt. Impfungen gegen die Virusinfektion sind auch jetzt noch sinnvoll.

Neumünster | Die Stadt ist von einer Grippewelle bislang verschont geblieben. Während in Kiel laut Meldedaten aktuell 35 Personen an Influenza, der sogenannten „echten Grippe“ erkrankt sind, wurde in Neumünster in den vergangenen Wochen kein Fall erfasst. Das geht aus einer Auswertung des Instituts für Infektionsmedizin der Kieler Christian-Albrechts-Universität hervor. Da jedoch nicht jeder Erkrankte einen Arzt aufsucht, kann die Dunkelziffer wie bei allen meldepflichtigen Erkrankungen höher sein.

Auch die Anzahl der grippalen Infekte, einer deutlich abgeschwächten Form der Influenza, hält sich bislang noch im Rahmen. „Die Situation ist für diese Jahreszeit normal, außergewöhnlich viele Fälle haben wir derzeit nicht“, sagt Erika Timm-Stange, Arzthelferin der Allgemeinarztpraxis Dr. Clemens Frey am Großflecken.

Dr. Rudolf Hauschildt beobachtet dagegen einen leichten Anstieg der Fälle. „Wir haben in unserer Praxis schon den Eindruck, dass Atemwegsinfekte in steigender Häufigkeit auftreten. Es gibt also eine Zunahme, aber sie ist nicht dramatisch. Nicht bei jedem Atemwegsinfekt handelt es sich auch um eine Influenza“, sagt er.

Die Influenza wird durch Viren ausgelöst. Eine Ansteckung erfolgt überwiegend durch Tröpfchen, wie sie insbesondere beim Husten oder Niesen entstehen. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch über Hände und durch Sekrete verunreinigte Oberflächen möglich, wenn die Hand anschließend Kontakt zu Mund oder Nase hat. Regelmäßiges sorgfältiges Händewaschen hat daher hohe Priorität, rät Jens Kuschel, Pressesprecher der AOK Nordwest. Aus Rücksicht sollte beim Niesen zudem der Kopf zur Seite gedreht und in ein sauberes Taschentuch geschnäuzt werden.

Den Unterschied zwischen einer Influenza und einem grippalen Infekt auszumachen, ist mitunter nicht einfach. „Wir haben derzeit zu zweit an einem langen Arbeitstag rund 20 bis 30 Patienten mit Erkältungssymptomen. Darunter sind einzelne Personen, bei denen eine echte Influenza anhand der Symptome in Frage käme“, sagt Dr. Freerk Remmers, der mit seinem Kollegen Dr. Hartmut Andresen eine Praxis an der Mühlenbrücke betreibt.

Für einen Influenza-Nachweis müssen laut Remmers Abstriche gemacht und ins Labor geschickt werden. „Wir schauen uns daher die Symptome der Patienten an und filtern die schweren Fälle heraus, bei denen ein solcher Abstrich erforderlich ist“, erklärt der 42-Jährige, der mit seinem Kollegen in der laufenden Influenza-Saison, die im September/Oktober begonnen hat, 622 Patienten geimpft hat. „Ich schätze, dass es sich dabei um jeden 5. Patienten handelt. Die Zahl könnte natürlich gerne höher sein“, sagt der Mediziner, gibt aber auch zu bedenken, dass eine Impfung in erster Linie für über 60-Jährige und chronisch Kranke empfohlen wird. „Für alle anderen handelt es sich um eine Kann-Geschichte“, sagt Remmers.

Eine Impfung ist laut Experten auch jetzt noch sinnvoll – auch für Kinder und Jugendliche. „Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto eher kann man eine Ausbreitung der Erkrankung eindämmen“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium in Kiel.

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