Mehr Mitbestimmung : Neumünster soll Jugend-Rat bekommen

Abstimmung: Schon seit Jahren gibt es „Jugend im Landtag“. Die Beschlüsse des Gremiums werden von der Politik aufgenommen. So soll es auch in Neumünster laufen.
Abstimmung: Schon seit Jahren gibt es „Jugend im Landtag“. Die Beschlüsse des Gremiums werden von der Politik aufgenommen. So soll es auch in Neumünster laufen.

Der Jugendverband will dauerhaft ein Parlament für den Nachwuchs. Die Stadtplanung erarbeitet ein Projekt für Schulen.

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16. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Kinder und Jugendliche in Neumünster sollen mehr Mitsprache und politischen Einfluss erhalten. Die Stadtplanung, die politischen Jugendorganisationen von CDU und SPD sowie Neumünsters Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) unterstützen ein Vorhaben des Jugendverbandes für ein Jugendparlament. In der Verwaltung bereitet man zudem gerade konkret ein Projekt vor, bei dem Schüler ihre Ideen einer Messe-Achse bis zu den Holstenhallen vorstellen können.

„In Kindertagesstätten gibt es schon Parlamente. Aber dann kommen die Kleinen in die Schule und haben in der Regel überhaupt nichts mehr zu sagen“, begründet Dietrich Mohr vom Jugendverband den Vorstoß. Gerade vor dem Hintergrund von sinkenden Wahlbeteiligungen und zunehmender Politikverdrossenheit müssten die 6- bis 18-Jährigen aber ein Gefühl für Demokratie bekommen. Wichtig ist für Mohr, dass es sich dabei nicht um eine Alibi-Veranstaltung handelt: „Ein Jugend-Rat braucht Budgetverantwortung und eine echte Stimme.“

Dafür plädieren auch Nadja Winter (Jusos) und Julia Kühl (Junge Union). „Der Jugend-Rat ist ein Schwerpunkt-Thema bei uns. Jugendliche sind viel zu wenig präsent in der Stadt“, sagt Nadja Winter. Julia Kühl könnte sich die Arbeit des Gremiums wie in einem Ausschuss vorstellen: „Die Anträge müssen dann in der großen Ratsversammlung diskutiert und abgestimmt werden.“ Kirsten Eickhoff-Weber erklärt: „Kinder und Jugendliche wissen, was sie brauchen. Das müssen die Erwachsenen berücksichtigen.“

Bisher sollen Kinder und Jugendliche über die Stadtteilbeiräte in Planungen mit einbezogen werden. Das funktioniere aus verschiedenen Gründen aber nicht immer, weiß Ute Spieler, Chefin der Stadtplanung. Sie hofft, dass sich an den Projekten auch viele Interessierte beteiligen. „Wir müssen untersuchen, wie sich das entwickelt. Jemandem etwas aufzwingen können und wollen wir nicht.“

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