Großeinsatz : Neumünster rüstet sich für zwei Rocker-Partys

'Red Devils'-Party am 6. März 2010: Auch hier war die Polizei stark präsent. Foto: dpa
"Red Devils"-Party am 6. März 2010: Auch hier war die Polizei stark präsent. Foto: dpa

Am kommenden Wochenende feiern zwei revalisierende Rocker-Clubs in Neumünster. Das Ordnungsamt ist machtlos, die Polizei auf Gewalt vorbereitet.

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24. November 2011, 11:39 Uhr

Neumünster | Zwei große Rocker-Partys werden am kommenden Wochenende wieder die Polizei in Neumünster beschäftigen. Zum einen feiern die "Contras", eine Sympathisanten-Gruppe der verbotenen "Bandidos Neumünster", am Sonnabend ihr zweijähriges Bestehen. Gleichzeitig laden die den konkurrierenden "Hells Angels" nahe stehenden "Red Devils" zu einer Party ein. Damit werden wohl mehr als 200 Rocker aus beiden Lagern zur selben Zeit in der Stadt sein - nur wenige Kilometer von einander entfernt.
Mit näheren Angaben halten sich beide Gruppierungen bedeckt. Die "Contras" hinterlassen auf ihrer Internetseite lediglich eine Handy-Nummer als Kontakt und das Versprechen, dass "weitere Infos folgen". Allerdings ist so gut wie sicher, dass sie sich eine Gaststätte an der Kaiserstraße als Lokalität für ihre Geburtstagsfeier ausgesucht haben. Die Polizei rechnet hier mit zirka 100 Gästen. Die verfeindeten "Red Devils" werden aller Voraussicht nach ab 18 Uhr in ihrem Quartier an der Gutenbergstraße feiern. Hier erwartet die Polizei bis zu 150 Rocker aus dem entsprechenden Umfeld.
"Ein wachsames Auge auf beide Gruppen"
"Wir werden ein wachsames Auge auf beide Gruppen haben", erklärte Polizeisprecher Rainer Wetzel. "Der Einsatz wird entsprechend geplant", sagte er. Auch wenn Kräfte aus Neumünster zeitgleich beim Castor-Transport eingesetzt seien, sei die Polizei gut vorbereitet. Kollegen aus dem ganzen Land würden unterstützen, so Wetzel. Letztendlich bleiben auch wenig Alternativen. Denn: Verboten werden können die Rocker-Feiern laut Stadt nicht. "Beide Veranstaltungen sind nicht anzeigepflichtig, auch nicht im Sinne des Gaststättengesetzes", erläuterte Holger Schwark, Abteilungsleiter des Ordnungsamtes.
Nur 14 Tage später könnte die Polizei erneut ein heißes Wochenende erwarten. Diesmal laden die "Contras" ihre Freunde in deutscher und dänischer Sprache zu einem Bummel über den Motorrad-Weihnachtsmarkt in den Holstenhallen ein. Die traditionelle Großveranstaltung, die 2010 wegen Rocker-Querelen aus Sicherheitsgründen verboten worden war, wird erfahrungsgemäß gern von Vertretern aus "Hells Angels"-Kreisen besucht. Das könnte zu Problemen führen.

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