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Gebäude bleibt, Passage nicht : Neumünster: Neues Konzept für Postpassage

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Der Eigentümer der Postpassage in Neumünster, Dieter Warda, plant den Umbau des Gebäudes. Er will nur noch an ein bis zwei Geschäfte vermieten.

Neumünster | Die Türen sind zu, das Gitter ist heruntergelassen, nur der Zugang zum Restaurant Rancho Grande ist noch frei. Zum 1. August hat mit Eldis Lederwaren der letzte Laden in der Alten Postpassage (APP) am Großflecken geschlossen. Eigentümer Dieter Warda will das Gebäude umbauen. Die bisherige Passage soll verschwinden.
Stattdessen plant Warda im Erdgeschoss Gewerbeflächen für nur noch ein bis zwei Mieter. Das Restaurant mit Küche in den beiden Obergeschossen bekommt einen neuen Zugang, soll aber bleiben. "Derzeit überlege ich mit meinem Architekten und in Abstimmung mit der Stadt, wie der Umbau erfolgen kann", sagt der Geschäftsmann aus Wittorf, der 1997 die Passage von einem schwedischen Immobilienbetreiber ersteigert hatte. Die Stadt sitzt mit im Boot, weil der 1885/1886 errichtete rote Backsteinbau mit seiner markanten Fassade unter Denkmalschutz steht. "Das Erscheinungsbild des Hauses muss deshalb im Großen und Ganzen so bleiben, wie es ist", sagt Dieter Wirth, Leiter der Bauaufsicht.

Große Fenster und Barrierefreiheit

Allerdings hat die Stadt schon ihr grundsätzliches Okay dafür gegeben, dass zur Straße größere Schaufensterscheiben eingesetzt werden können. "Die Fenster dürfen nach unten verlängert werden, so dass Passanten in die Geschäfte schauen können", bestätigt Christiane Wilbrandt von der Denkmalschutzbehörde. Dieter Warda möchte zusätzlich auch barrierefreie Zugänge schaffen; die schweren Holztüren mit Stufen an beiden Seiten des Gebäudes sollen daher verschwinden. Die Baupläne hierfür liegen aber laut Christiane Wilbrandt noch nicht vor.
Der hintere, angebaute Bereich der Passage soll abgerissen und durch einen neuen zweigeschossigen Anbau ersetzt werden. "Das ist in der Bauvoranfrage positiv bescheinigt worden, weil es das Ursprungsgebäude nicht betrifft", sagt Christiane Wilbrandt. Sie ist froh, dass die alte Post erhalten bleibt. "Es ist nicht leicht, Gebäude aus der Kaiserzeit mit gewerblicher Nutzung zu kombinieren. Deshalb unterstützen wir Herrn Warda, wo wir können", sagt sie.

Die Innenstadt soll attraktiver werden

Nach Auskunft von Dieter Warda gibt es bereits einige Interessenten für die neuen Gewerbeflächen: "Es laufen Gespräche. Es soll etwas Neues entstehen, was die Innenstadt attraktiver gestaltet", sagt er. Bis Ende des Jahres will er alles unter Dach und Fach haben, danach soll der Umbau beginnen. Gerne würde Warda dann auch mehr Parkflächen schaffen. "Es gibt noch eine Sperrfrist von zwei Jahren für die bestehenden Parkplätze hinter dem Gebäude, dass heißt in der Zeit kann ich nichts verändern. Danach werde ich aber mit der Stadt verhandeln, ob ein Parkdeck entstehen kann", sagt er.
Am 1. Oktober 1886 wurde das Postamt in dem Gebäude am Großflecken 27 eingeweiht und nach 1948 erweitert. Die Neumünsteraner konnten noch bis zur Eröffnung der damals neuen Hauptpost an der Friedrichstraße 1975 dort ihre Briefe und Päckchen verschicken. Danach wurde das Gebäude an private Eigentümer verkauft.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 10:16 Uhr

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