zur Navigation springen

Wirtschaftsprofil : Neumünster muss an seinen Stärken arbeiten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Achim Georg stellte im Finanzausschuss sein überarbeitetes Konzept für die Stadt vor.

Neumünster | Als Achim Georg seinen Vortrag über das neue „Wirtschafts- und Kompetenzprofil“ von Neumünster zusammenfasste, kam das den meisten Mitgliedern des Finanzausschusses am Mittwochabend bekannt vor: „Ihre Stadt hat viele Stärken. Aber vieles davon ist nach innen und außen kaum bekannt. Daran sollten Sie arbeiten“, sagte der Fachmann aus Hamburg, der sein erstes Profil von 2011 im Auftrag der Stadt aktualisiert hatte und es dem Ausschuss vorstellte.

Der Ausschussvorsitzende Hauke Hahn (CDU) stimmte dem Mann von der Firma Georg Consulting sofort zu. „Ja, die Neumünsteraner neigen dazu, ihre Stadt schlechter zu sehen, als sie ist.“ Und Frank Matthiesen (SPD) fügte hinzu: „Vieles davon wusste ich nicht. Ich gehe jetzt mit stolzgeschwellter Brust durch Neumünster.“

Das Profil hat die Stadt in erster Linie in Auftrag gegeben, um es potenziellen Investoren an die Hand zu geben und damit Werbung in eigener Sache zu machen. Darum hatte Experte Georg auch nicht den Auftrag für ein Gutachten oder eine Stärken-Schwächen-Analyse. Eine unkritische Lobhudelei ist das Papier trotzdem nicht geworden. Georg kann mit Zahlen belegen, dass Neumünster besonders in den vergangenen Jahren einen Schritt nach vorn gemacht hat.

So erwirtschaften die Neumünsteraner das dritthöchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in ganz Schleswig-Holstein. Die Zahl der Beschäftigten ist seit 2009 um 14 Prozent auf 33 000 gestiegen – was über Landes- und Bundesschnitt (knapp 10 Prozent) liegt. „Vor allem steigt in Neumünster die Zahl der hochqualifizierten Arbeitsplätze“, sagte Achim Georg. Jeden Tag pendeln mehr als 17 000 Arbeitnehmer von außerhalb ein. Die Verflechtung mit der Region und ganz Schleswig-Holstein ist überdurchschnittlich stark, was an den stark vertretenen Branchen Maschinenbau, Logistik, Dienstleistung und auch dem Einzelhandel liegt.

Neumünsters Wirtschaft profitiert von den vielen Berufsschulen am Ort, von günstigen Mieten und natürlich von der verkehrsgünstigen Lage im Land. Die Stadt sei zwischen Hamburg und Jütland ein echter „Hot Spot“ mit viel Entwicklungspotenzial. Die Ausrichtung der Stadt in Richtung Hamburg hält Experte Georg für richtig, aber er warnt davor, Kiel aus dem Auge zu verlieren. „Auch in diese Richtung hat Neumünster viele Verflechtungen.“ Und einen weiteren guten Rat hatte Georg für die Neumünsteraner parat: „Ihre Stadt braucht auch eine Willkommenskultur für ausländische Arbeitnehmer. Andere Städte haben schon ,Welcome-Center’.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 06:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert