Ungewöhnliche Rettungsaktion : Neumünster: Kater steckte in Druckmaschine fest

Unter diesen Druckwalzen entdeckte Mediengestalter Hendrik Rintermann mit der Taschenlampe den Kater, der zuvor in die Fotofalle getappt war. Alle Versuche, das Tier  mit Stöcken aus der tonnenschweren Maschine zu scheuchen, scheiterten.
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Unter diesen Druckwalzen entdeckte Mediengestalter Hendrik Rintermann mit der Taschenlampe den Kater, der zuvor in die Fotofalle getappt war. Alle Versuche, das Tier mit Stöcken aus der tonnenschweren Maschine zu scheuchen, scheiterten.

Die Feuerwehr konnte den schwarzen Stubentiger nicht befreien, erst der mühsame Ausbau der Walzen führte zum Erfolg . Der Besitzer wird gesucht.

shz.de von
07. Juni 2014, 16:00 Uhr

Neumünster | Axel Dalgas ist sich ganz sicher: „Der Kater wird hier nicht mehr auftauchen. Der hat den Schock seines Lebens erlebt.“ Rund zweieinhalb Stunden dauerte am Freitag die Rettung eines schwarzen Stubentigers aus einer Druckmaschine der Firma Druck & Repro an der Altonaer Straße. Vorausgegangen war eine zehntägige Suche nach dem heimlichen Untermieter.

Kurz vor Himmelfahrt entdeckte Geschäftsführer Dalgas nämlich Kot in den Betriebsräumen. Weil er von einem Marder ausging, informierte er den Schädlingsbekämpfer. Der merkte schnell: Das ist kein kleiner Nager, sondern eine Katze. Eine extra installierte Infrarot-Kamera mit Bewegungssensor und ein sauber ausgeleckter Napf mit Katzenfutter brachten die Gewissheit: Es gibt einen heimlichen Untermieter, der offenbar immer abends durch die offenen Türen hereinkommt und im Geschäft übernachtet.

Tierliebhaber Dalgas, der früher selbst eine Katze hatte, war unschlüssig. „Die Türen konnte ich nicht schließen, es wird hier sonst zu warm. Aber ich wollte den Kater auch nicht ständig im Geschäft haben.“ Am Donnerstagfrüh durchkämmte er deshalb gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Inke Burkandt und Hendrik Rintermann das Geschäft. In der hintersten Ecke des Kellers wurde er fündig. „Die Katze saß dort verängstigt, ist mir dann aber entwischt“, erzählt er. Abends aber kehrte sie zurück, das beweisen die Infrarotaufnahmen von der Nacht zu Freitag. Weil Dalgas aber am Donnerstagabend die Türen zum Keller verschlossen hatte, wusste er, dass sich das Tier in den oberen Geschäftsräumen aufhalten musste. „Wir konnten sie in den Raum mit der Druckmaschine scheuchen, dann war sie plötzlich weg“, sagt er. Eine verzweifelte Suche begann, bis Hendrik Rintermann den Fellknäuel plötzlich in einem nur wenige Zentimeter großen Loch unter den Druckwalzen entdeckte. „Hätte ich die Maschine angeworfen, wäre der Kater zerquetscht worden“, so Dalgas.

Die angerückte Feuerwehr war machtlos. „Wir hätten nur die Maschine zerstören können“, so Einsatzleiter Sven Barckmann. Doch da winkte der Geschäftsführer schnell ab. Der fünf Mal zwei Meter große und tonnenschwere Drucker kostet immerhin rund 600.000 Euro. Mühsam baute Dalgas das Gerät auseinander. Um 10.30 Uhr dann die Rettung. Zwei Feuerwehrleute brachten den Kater ins Tierheim. Er trug ein weißes Halsband mit Glocke. Der Besitzer kann ihn dort abholen.

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