zur Navigation springen

Sturmtief Christian : Neumünster kam noch glimpflich davon

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Sturmtief Christian bescherte Polizei und Feuerwehren 170 Einsätze. Ganz große Schäden blieben die Ausnahme. Zwei Verletzte

von
erstellt am 30.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Am Tag nach Orkantief Christian begann gestern das große Aufräumen: Überall im Stadtgebiet mussten umgestürzte Bäume beseitigt, beschädigte Dächer und Fassaden gesichert und repariert werden. Den Dachdeckerbetrieben bescherte der Sturm eine Sonderkonjunktur. „Zum Glück gab es keine großen Sachen, aber die Vielzahl der Fälle macht es“, sagte der Bezirkskommissar der Provinzial-Versicherung in Einfeld, Björn Schmidt. Ähnlich äußerte sich Dachdeckermeister Lars Thullesen, dessen Firma rund 100 Schäden ausbesserte. „Neumünster ist noch glimpflich davon gekommen. Es gab wenig Großschäden“, sagte er.

Thullesens Kollege Klaus-Uwe Jürgens hat es anders erlebt. „Es ist die Hölle. So etwas habe ich selten erlebt. Wir sind am Montag mit allen 20 Mann bis 22.30 Uhr unterwegs gewesen, um die gröbsten Notfälle zu reparieren“, sagte er. Dabei kamen allein am Montag 100 Einsätze von der gelösten Dachpfanne bis zum komplett abgerissenen Flachdach zusammen. Gestern kamen noch einmal 250 Aufträge dazu. Jürgens: „Das abzuarbeiten, kann Monate dauern.“

Feuerwehr und Polizei werteten gestern den Sturm-Tag aus. „Bei 50 Einsätzen mussten die Funkwagenbesatzungen nach Priorität eingesetzt werden“, berichtete Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Die 130 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, aller Freiwilligen Wehren und des Katastrophenschutzes rückten 122 Mal aus und waren zwischen 14.30 und 20 Uhr quasi im Dauereinsatz. „Fast alle Kräfte bis auf die Notfallreserve waren im Einsatz“, sagte Sven Kasulke, der Leiter der Berufsfeuerwehr.

Dabei hatte die Feuerwehr sogar noch viele Fälle, vor allem umgestürzte Bäumen und Fassadenabbrüche, an das Technische Betriebszentrum und die Bauaufsicht der Stadt abgegeben. Dass es nur zwei Verletzte gab – ein Mann wurde von einem umher fliegenden Verkehrsschild getroffen, eine Frau stürzte vom Rad (der Courier berichtete) – wertete Kasulke so: „Da haben wir Glück gehabt.“

Der größte Sachschaden von vermutlich 400 000 Euro traf die Stadtwerke mit dem Einsturz der Traglufthalle im Bad am Stadtwald. Das Schul- und Vereinsschwimmen muss bis einschließlich 8. November ausfallen. Danach gilt ein Ersatzplan. Die schwierigsten und gefährlichsten Einsätze hatte die Feuerwehr durch Bäume, die auf die Bahnstrecke nach Kiel gestürzt waren und in den Oberleitungen Feuer fingen. Der Bahnverkehr dort und auch auf den Strecken nach Flensburg und Hamburg blieb auch gestern noch gesperrt. Die Strecke nach Flensburg wird wegen der beschädigten Oberleitung auch heute noch nicht freigegeben. Als alternative Route nach Hamburg empfiehlt die Bahn die Strecke über Bad Oldesloe. Die Züge der Nordbahn dorthin sowie der AKN nach Hamburg fahren wieder planmäßig.

Der Sachsenring musste am Montag zeitweise zwischen Haart und Plöner Straße voll gesperrt werden, da ein Dach auf die Straße zu fallen drohte. Am Log-In lösten sich Teile der Fassade, an der Sedanstraße fiel ein Baum auf mehrere Fahrzeuge. Die Victoriastraße blieb gestern bis zum frühen Abend zwischen Rendsburger Straße und Röhrenweg gesperrt. Der Sturm hatte große Teile eines Hausdachs abgedeckt, es drohten weitere Teile herabzustürzen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen