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Flächennutzung : Neumünster ist eine Stadt im Grünen – nachweislich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadtgebiet: Viel Grünflächen und 42 Prozent für die Landwirtschaft

Neumünster | Eine Studie des Statistikamts zur Nutzung der Bodenflächen hat eine Überraschung parat: Neumünster ist so stark durch Landwirtschaft geprägt wie keine andere kreisfreie Stadt im Land: Gut 3000 der 7163 Hektar Stadtgebiet sind Landwirtschaftsfläche (42 Prozent). In Flensburg dagegen beträgt der Anteil nur gut ein Viertel.

„Neumünster hat ein großes Stadtgebiet und am Rand auch ansehnliche landwirtschaftliche Flächen“, sagt Stadtplaner Bernd Heilmann. Der Grund ist in der Historie zu finden. „Das liegt in erster Linie an den Eingemeindungen von Einfeld, Tungendorf-Dorf und Gadeland 1970“, sagt Heilmann. Das Stadtgebiet verdoppelte sich dadurch auf einen Schlag.

Der einst ländliche Charakter der Außenstadtteile ist heute nicht mehr gegeben. Höfe wurden ausgesiedelt, die Zahl der Betriebe ging zurück. Klaus Dahmke vom Bauernverband kommt überschlägig auf aktuell noch etwa 20 landwirtschaftliche Haupt- und Nebenbetriebe in der Stadt. „Größere Flächen sind aber auch an Betriebe von außerhalb verpachtet“, sagt Dahmke.

Viele Felder und Äcker sind im Flächennutzungsplan als Landschaftsschutzgebiet „Stadtrand Neumünster“ gekennzeichnet. „Aber das hat keine Auswirkung auf die Nutzung“, sagt Stadtplaner Heilmann. Die Landwirtschaft ist nicht eingeschränkt. „Nicht nur der Naturschutz und Biotope, auch die Kulturlandschaft ist schützenswert“, sagt Heilmann. So wird auch Neumünsters Anteil am Dosenmoor zur Landwirtschaftsfläche gezählt. 188 Hektar des unter Naturschutz stehenden Moores liegen auf Stadtgebiet. Kein anderer Kreis im Land hat einen derart hohen Anteil (2,6 Prozent). Auch in absoluten Zahlen kann das kleine Neumünster damit große Landkreise wie Pinneberg (98 Hektar Moor), Plön (148 Hektar) oder Ostholstein (153 Hektar) ausstechen.

Anders sieht es bei den Waldflächen aus. Hier liegt Neumünster mit 324 Hektar (4,5 Prozent) deutlich unter dem Landesschnitt von 10,5 Prozent. Großflächige Aufforstungen entlang der A 7 waren deshalb früher sogar ein Ziel der Flächenplanung, aber davon ist die Stadt wieder abgerückt. Aufgeforstet wird nun punktuell und nicht zu Lasten der landwirtschaftlichen Flächen.

Beim Wasser kommt Neumünster mit 200 Hektar (2,8 Prozent) in der Statistik schlecht weg. Der Einfelder See gehört zwar komplett der Stadt, aber angerechnet wird nur die Seefläche auf Stadtgebiet, und die Gemeindegrenze zu Mühbrook geht genau durch den See. Punkten kann die Stadt dagegen mit einem großen Anteil an Erholungsflächen. Mit 382 Hektar, darunter 287 Hektar Grünanlagen, ist Neumünster mit Kiel und Lübeck sogar Landesspitze. „Neumünster ist eine Stadt im Grünen“, sagt Bernd Heilmann.

 

 

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erstellt am 18.Okt.2014 | 07:45 Uhr

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