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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 13:51 Uhr

Geflügelpest : Neumünster im Fokus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Adler-Fund in Hoffeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde): Der Stadtnorden wird Beobachtungsgebiet / Hunde und Katzen dürfen nicht frei laufen

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Jetzt hat die Vogelgrippe Neumünster erreicht. Zwar wurde kein akut verseuchtes Geflügel entdeckt, aber in Hoffeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wurde ein Seeadler gefunden, bei dem das hoch patogene H5N8-Virus festgestellt wurde. Deswegen erklärte Amtstierärztin Dr. Bettina Kohnen-Gaupp von der städtischen Veterinär- und Lebensmittelaufsicht gestern Teile des Stadtnordens zum gesetzlichen Beobachtungsgebiet. Die amtliche Bekanntmachung erscheint heute.

Gemäß der Geflügelpestverordnung (Paragraph 55, Absatz 1) ist vorgeschrieben, ein Gebiet um den Fundort mit einem Radius von drei Kilometern zum Sperrbezirk und eine Fläche mit einem Radius von zehn Kilometern zum Beobachtungsgebiet zu machen. Teile der Stadt liegen in diesem Bezirk. Er umfasst die Stadtteile Einfeld und in Teilen die Gartenstadt und Tungendorf (siehe unten).

Ab sofort gelten bestimmte Schutzmaßnahmen und Bestimmungen, so die Stadt in ihrer Anordnung. Für die Dauer von 15 Tagen dürfen gehaltene Vögel nicht aus dem Beobachtungsgebiet transportiert werden. 30 Tage ab Festlegung des Beobachtungsgebietes dürften gehaltene Vögel nicht zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden. Federwild darf nur mit Genehmigung oder auf Anordnung derVeterinäraufsicht gejagt werden. Wer einen Hund oder eine Katze hält, muss sicherstellen, dass diese im Beobachtungsgebiet nicht frei umherlaufen – ausgenommen sind der Einsatz und die Ausbildung von Jagd- und Diensthunden sowie Suchhunde nicht behördlicher Hilfsorganisationen. Außerdem dürfen keine Geflügel-Ausstellungen veranstaltet werden.

Hunde an die Leine – das ist an sich kein Problem für Sandra Dämmrich, Geschäftsführerin des Gebrauchshundesportvereins Neumünster-Tungendorf. Sie hält seit 22 Jahren Hunde und nimmt ihre Malinois-Schäferhunde Abby (6) und Perry (23 Monate) immer an die Leine. „Das ist Pflicht. Kein Hundesportler wird seine Tiere in der Gemarkung frei herumlaufen lassen. Das ist angesichts der aktuellen Lage auch viel zu gefährlich.“ Die Tungendorferin hat aber Zweifel, ob Nicht-Hundesportler so diszipliniert sind, überall ihre Tiere an die Leine zu nehmen.

Das eigentliche Problem sind für Betroffene Katzen – nicht die Stubentiger, die nur drinnen leben, sondern die freilaufenden Katzen. „Meine Katzen sind kastriert und leben vor allem im Stall, sie verlassen unser Grundstück nicht“, sagt Silke Bühse (45). Die Inhaberin des Hofladens Bühse in Tungendorf, auf dem Rinder, Schweine, Pferde und Katzen leben, zweifelt, ob die Verordnung praktisch durchzusetzen ist: „Wie will die Behörde denn feststellen, wem welche Katze gehört? Außerdem gibt es viele Streuner. Und man kann ja auch nicht verhindern, dass Wildvögel über den Hof fliegen.“ Außerdem sei der eine Betrieb völlig abgeschottet gewesen, bei dem die Seuche festgestellt wurde: „Das ist nicht zu erklären. Diese Grippe ist vielleicht auch eine natürliche Auslese.“


>Dieser Bezirk ist jetzt Beobachtungsgebiet: Prehnsfelder Weg von der Stadtgrenze bis zum Kreis Rendsburg-Eckernförde, Carlstraße bis zur Kreuzung Sauerbruchstraße; Sauerbruchstraße Richtung Osten über die Max-Johannsen-Brücke, Kieler Straße Richtung Norden bis zur Schulstraße, Schulstraße bis Alsenplatz, Süderdorfkamp bis zur Kreuzung Tasdorfer Weg, der Tasdorfer Weg zwischen dieser Kreuzung bis zur Dosenbek sowie das Gebiet dort Richtung Norden zwischen der Stadtgrenze bis zum Kreis Plön.

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