Erhebung : Neumünster hat die zweitschnellste Polizei im Land

In nicht einmal sechs Minuten ist in Neumünster die Polizei nach einem Notruf im Schnitt vor Ort.
In nicht einmal sechs Minuten ist in Neumünster die Polizei nach einem Notruf im Schnitt vor Ort.

Bei einem Notruf waren die Beamten im Schnitt in 5,5 Minuten vor Ort. Nur die Pinneberger sind etwas fixer.

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22. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Neumünster | Manchmal zählen Sekunden, um Menschen zu retten, Täter zu fassen und größeren Schaden zu verhindern. Wer in Neumünster die Polizei über den Notruf 110 wählt, kann im Ernstfall auf schnelle Hilfe zählen: In durchschnittlich gut fünfeinhalb Minuten nach dem Telefonat sind die Einsatzkräfte vor Ort. Das ergab die Auswertung eines „Monitorings polizeilicher Reaktionszeiten“ der Landespolizei im September, das nun veröffentlicht wurde. Die CDU-Landtagsfraktion hatte die Daten über das Innenministerium angefragt.

Demnach sind nur die Kollegen im Kreis Pinneberg einen Hauch schneller am Einsatzgeschehen. Sie benötigten im September im Schnitt knapp fünfeinhalb Minuten, waren also einige Zehntel schneller. Am längsten in Schleswig-Holstein mussten die Flensburger auf die Uniformierten warten: Hier errechnete das Landespolizeiamt eine Durchschnittszeit von knapp elf Minuten. Die Fördestadt ist mit rund 84  000 Einwohnern zwar etwas stärker besiedelt als Neumünster mit 77  000 Bewohnern, hat aber mit gut 56 Quadratkilometern sogar eine deutlich kleinere Fläche (Neumünster: knapp 72 Quadratkilometer). „Die Auswertung bezieht alle polizeilichen Einsätze ein, die eine sofortige Reaktion erfordern. Nicht bewertet sind hingegen solche, die zeitlich planbar sind, zum Beispiel Laternenumzüge oder Verkehrskontrollen“, erklärt Lothar Gahrmann, Sprecher im Landespolizeiamt. Höchsten Vorrang haben natürlich stets Notrufe, bei denen es um Gefahr für Leib und Leben oder bedeutende Sachwerte geht. Nur in seltenen Fälle führe das aber dazu, dass Einsätze mit geringerer Priorität verzögert bearbeitet werden, so Gahrmann.

„Wir freuen uns über den guten Wert, wissen aber auch, dass Neumünster sehr kompakt ist im Vergleich zu den Kreisen oder Städten wie Kiel und Lübeck“, sagte Neumünsters Polizeisprecher Rainer Wetzel. In Kiel lag der Durchschnittswert bei 6,29 Minuten, in Lübeck waren es 5,82 Minuten. Ziel sei es, den guten Wert auch weiterhin zu halten, sagte Wetzel. Ob das auch vor dem Hintergrund des bereits angekündigten weiteren Stellenabbaus möglich ist, wollte er nicht kommentieren.

In den Umlandkreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön brauchten die Polizisten 8,20 Minuten, im Kreis Segeberg 7,36 Minuten.

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