OB-Wahl : Neumünster hat die Wahl

Das Rennen um den OB-Sessel läuft, und heute wird abgestimmt.
Das Rennen um den OB-Sessel läuft, und heute wird abgestimmt.

Das Medieninteresse ist groß / Fernsehsender berichten live aus dem Rathaus

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10. Mai 2015, 07:30 Uhr

Neumünster | Wenn die viertgrößte Stadt Schleswig-Holsteins einen Oberbürgermeister (oder erstmals eine Oberbürgermeisterin) wählt, kommt sogar das wichtigste Fernsehmagazin des Landes vorbei: Das Schleswig-Holstein-Magazin des NDR plant, am Sonntag ab 19.30 Uhr aus dem Rathaus heraus live in die Sendung zu schalten. Gleich mit zwei Übertragungswagen für TV und Rundfunk hat der NDR sich angemeldet, denn auch die NDR 1 Welle Nord will live ins Programm schalten. Möglicherweise kommen noch weitere Sender dazu.

Zu Beginn des SH-Magazins sollte das Endergebnis auch schon feststehen. „Wir peilen an, um 19.30 Uhr oder schon um 19.15 Uhr fertig zu sein“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz. Der Aufwand beim Auszählen in den 45 Wahlbezirken ist so klein wie nur möglich: Jeder der etwa 64 000 Neumünsteraner hat nur eine Stimme. Wählen dürfen alle Deutschen ab 16 Jahren sowie EU-Ausländer mit Wohnsitz in Neumünster – und zwar von 8 bis 18 Uhr. 400 ehrenamtliche Wahlhelfer sorgen für den reibungslosen Ablauf. Die Wahl kostet etwa 45 000 Euro.

Gewählt ist, wer heute 50 Prozent plus eine Stimme (der abgegebenen gültigen Stimmen) bekommen hat. Schafft das kein Kandidat, gehen die beiden Bewerber mit dem besten Ergebnis in die Stichwahl am 31. Mai.

Am Dienstag, 12. Mai, tagt um 17 Uhr im Rathaus der Wahlausschuss, um offiziell das Ergebnis festzustellen. Sollte es eine Stichwahl geben, müssen die Mitarbeiter im Rathaus gleich nach der Sitzung noch Möbel rücken, denn am Mittwoch ab 8 Uhr muss dann schon wieder das Wahllokal für die Briefwähler hergerichtet sein.

> Ab 18 Uhr werden die Ergebnisse im Rathaus (Zimmer 2.5/2.6) auf eine Leinwand projiziert. Hier werden viele Politiker (und Kandidaten) erwartet. Die Stadt lädt alle Bürger dazu ein.

> Wahlpartys: SPD, Belle Epoque, Christianstraße 78, 18 Uhr; Tauras-Team, Blechnapf, Gartenstraße 10, 18 Uhr; AFD, Alfreds, Nobelstraße 4, 17 Uhr.

>Die SPD bietet einen (kostenlosen) Fahrdienst ins Wahllokal an. Er ist den ganzen Sonntag unter Tel. 92 98 30 zu erreichen.

Kommentar von Thorsten Geil:

Wir haben keine Wahl

Vor genau 70 Jahren wurde den Deutschen die Demokratie von den Siegermächten neu geschenkt. Die erste Bundestagswahl 1949 hatte eine Wahlbeteiligung von 79 Prozent; heute nähern wir uns der Hälfte an. Und das ist schlimm. Jeden Tag sieht man im Fernsehen, wie in anderen Weltgegenden die Leute für ihre Überzeugungen totgeschlagen werden, wie Bomben vor Wahllokalen hochgehen. Trotz des Risikos gehen die Menschen dort zur Wahl. Bei uns haben dagegen manche verlernt, den Wert der Freiheit, den Wert der Demokratie zu schätzen.

Wir haben keine Wahl, denn zu Hause zu bleiben ist keine Alternative, auch nicht bei der Wahl eines Verwaltungschefs. Wir müssen zur Wahl gehen.

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