Neuer Radiosender : Neumünster geht auf Sendung

Sie üben fürs Radiomachen: Barbara Geisler (rechts) und Ulrike Göking freuen sich darauf.
Sie üben fürs Radiomachen: Barbara Geisler (rechts) und Ulrike Göking freuen sich darauf.

Mit einem Workshop sucht das erste Freie Radio im Land Mitstreiter. Der Sendestart ist noch unklar.

shz.de von
06. Februar 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Wenn alles gut geht, kann das „Freie Radio Neumünster“ noch in diesem Jahr senden. Damit hat Neumünster dann eine Vorreiterrolle in Schleswig-Holstein, denn die Stadt empfängt als erste im Land Sendungen eines nicht-kommerziellen Lokalradios. Weil gutes Radio gute Macher braucht, haben sich am Wochenende sechs Interessierte zu einem Workshop im Studio am Großflecken getroffen. „Wir vermitteln Einsteiger-Grundkenntnisse aus den Bereichen Technik, Journalismus, und Interviewführung“, erklärten Stefan Tenner (40) und Sönke Jahn (58). Beide sind Mitgründer des Radios.

Barbara Geisler (57) aus Neumünster hat Lust darauf, Radio zu machen, weil „das so schön retro ist.“ Sie höre auch zuhause am liebsten Radio, aber keine Dudelsender, sondern lieber gute Reportagen und Interviews. „Und wenn ich selbst einen Radiobeitrag machen kann, reizt mich eine wöchentliche Nachrichtensendung. Besonders auf die Interviews freue ich mich“, so Barbara Geisler. Die Kopfhörer auf den Ohren und das Mikrofon in der Hand sind für Ulrike Göking hingegen nicht ganz neu. Sie hat bereits in Österreich bei einem freien Radio gearbeitet. „Ich möchte über das bedingungslose Grundeinkommen berichten“, erklärte die Neumünsteranerin und will ihre Hörer auch mit besonderer Musik und Literatur überraschen. Auch junge Menschen sind willkommen beim freien Radio, die Freundinnen Julia (13) und Lilly (10) von der Freiherr-von-Stein-Schule haben für ein Schulprojekt an dem Workshop mitgemacht.

Wann genau gesendet werden kann, ist noch unsicher, erklärte Sönke Jahn: „Wir warten noch auf die Frequenz. Vielleicht ist es die 108, aber das ist noch nicht entschieden.“ Das legt die Medienanstalt Hamburg und Schleswig-Holstein fest. Sicher ist hingegen, dass ab März im Internet Sendungen gehört werden können. Das Verbreitungsgebiet wird auf jeden Fall Neumünster sein, eventuell aber auch weiter bis nach Boostedt, Padenstedt und Nortorf. „Unser Ziel ist es, sieben Tage rund um die Uhr Programm zu haben“, meinte Sönke Jahn.

Noch bis Ende April sichert ein Beschluss der Ratsversammlung, dass die Radio-Macher die Räume in einem Hinterhof am Großflecken kostenfrei nutzen können. Dort war übrigens einst die Radiowerkstatt Specht. Zurzeit prüft die Stadt, ob die Nutzung von Räumen in der Wichernschule am Meisenweg möglich ist. Radio-Macher und neue Vereinsmitglieder sind willkommen. www.freiesradio-nms.de

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