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Vogelgrippe : Neumünster: Geflügelzüchter machen sich Sorgen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Vogelgrippe ist auch auf den Geflügelhöfen im Umland ein viel diskutiertes Thema. Nicht überall gibt es genügend Ställe für die Tiere.

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2014 | 05:30 Uhr

Tasdorf | Mit Sorge sehen die Geflügelzüchter in den Gemeinden rund um Neumünster die Ausbreitung der Vogelgrippe. Nachdem auf Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) eine Krückente entdeckt worden ist, bei der das Virus des Typs H5N8 nachgewiesen wurde, machen sich die Geflügelzüchter Gedanken um den Schutz ihrer Bestände. Zwar fallen die befragten Züchter bisher nicht unter die am Dienstag für Teile des Landes eingeführte Stallpflicht, dennoch ist auch diese Auflage bei ihnen längst ein Thema.

„Wie sein Vorgänger H5N1 im Jahr 2006 ist auch der aktuell auf Rügen aufgetretene Vogelgrippevirus H5N8 sicher eine ernstzunehmende Sache. Denn die Verluste in betroffenen Ställen sind erheblich“, sagt der Tasdorfer Gänsehalter Sven Voigt. Auf dem Tasdorfer Hof ist der Bestand überschaubar. Knapp 100 Gänse und einige Dutzend Enten tummeln sich auf der Wiese rund um das Anwesen.

Für die jetzt diskutierte Stallpflicht hätte der Tasdorfer Platz. Abends kommen seine Gänse und Enten ohnehin in den Stall. Denn hinter dem Hof beginnen Knicks und Wiesen. Und da lauert auch der Fuchs. Deswegen schläft Sven Voigts Federvieh im Stall – ist die geschlossene Tür also gewohnt. Eine dauerhafte Stallhaltung würde dennoch zu Problemen führen – besonders bei den Enten. „Die Erpel werden dann leicht streitsüchtig“, sagt Voigt. Auch für die Gänse, die ihren Auslauf gewohnt sind, wäre das mit Stress verbunden. Kontakt zu infizierten Wildenten befürchtet der Tasdorfer zurzeit kaum. Da das neue Virus offenbar auch nicht auf Menschen übertragen wird, stehe auch allgemein dem Genuss von Weihnachtsenten und -gänsen nichts im Weg.

Ein Züchterehepaar, das rund 20 Kilometer von Neumünster entfernt im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Freilandhaltung Enten und Gänse hält, sieht die derzeitige Geflügelerkrankung nicht so gelassen. Denn ihre rund 2500 Enten und Gänse leben dauerhaft außerhalb von Ställen. „Unsere Tiere sind nicht an eine Stallhaltung gewöhnt. Sie würden sich innerhalb von ein paar Tagen gegenseitig die Federn ausreißen“, erklären die Züchter, die nach schlechten Erfahrungen während der Vogelgrippen-Welle vor acht Jahren nicht namentlich genannt werden wollen.

„Ich bezeichne die Vogelgrippe als immer wiederkehrende Vogelpest. So wie schon einmal im Jahr 2006. Damals sollte auch unser Federvieh in Ställe umgesiedelt werden. Da wir keine haben, bekamen wir vom Rendsburger Kreisveterinäramt eine Ausnahmegenehmigung. Alternativ hätten alle Tiere geschlachtet werden müssen. Das wäre das Aus für unseren Familienbetrieb gewesen“, sagen die Züchter. Damals wurden von den geschlachteten Tieren vor dem Verkauf aber immer Blutproben gezogen, so dass der Verbraucher sicher sein konnte, berichtet das Züchterpaar. „Wenn wir eines Tages den Verdacht hätten, dass unser Bestand vom Virus befallen ist, müssten wir unserer Meldepflicht sofort nachkommen“, sagen sie.

Zum Schutz vor der Geflügelpest hat das Landwirtschaftsministerium gestern Teile des Landes zu Risikogebieten erklärt und dort eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet (siehe Seite 4). Es handelt sich dabei um größere Rastgebiete von Zugvögeln, um Areale rund um größere Gewässer und Seen sowie die Küsten. Das Ministerium „empfiehlt aber Freilandhaltern außerhalb der Risikogebiete, ihre Tiere freiwillig aufzustallen“.

>Weitere Informationen zur Vogelgrippe gibt es beim Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit unter www.fli.bund.de.

 

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