Wohnraum : Neumünster fehlen 1300 Wohnungen

maurer mit kelle

Eine neue Studie besagt, dass in den nächsten Jahren dringend Häuser und Wohnungen gebaut werden müssen

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29. Mai 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Es klingt merkwürdig: Obwohl in Neumünster rund 1500 Wohnungen leer stehen, fehlen bis zum Jahr 2020 mehr als 1300 Einheiten in Neumünster. Das ergibt eine neue Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Demnach werden allein in diesem Jahr rund 250 zusätzliche Wohnungen in Neumünster gebraucht.

Auf die Studie hat die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hingewiesen. Sie hat auch eine Erklärung parat: „Bei vielen Altbauten lohnt sich eine Sanierung wirtschaftlich kaum noch. Damit fallen nach und nach immer mehr Wohnungen weg. Gleichzeitig kommen mehr Zuwanderer zu uns“, sagt Uwe Hahn, Vorsitzender der IG Bau in Neumünster. Außerdem gebe es einen starken Trend zu Ein-Personen-Haushalten; alles das lasse den Bedarf an neuem Wohnraum auch in Neumünster steigen.

Einen realen Bedarf an neuen Wohnungen und Einfamilienhäusern sieht auch Ute Spieler, Leiterin der Stadtplanung. „Die Zahl von über 1300 Wohnungen erscheint mir zu hoch, aber die Stadtplanung schätzt die Lage durchaus ähnlich ein“, sagte sie zum Courier. Die Zahl kleiner Haushalte steige, und der Bedarf habe sich stark gewandelt: Immer mehr wollten barrierefrei und mit höherem Standard wohnen. „Auch in Neumünster gibt es den Trend bei den Älteren, zurück in die Stadt zu ziehen“, sagte Ute Spieler. Die Stadt habe darauf auch schon reagiert; in Brachenfeld und in Einfeld entstünden neue Baugebiete. Auch die Wohnungsgesellschaften seien aktiv.

Der Haus- und Grundeigentümerverein teilt die Einschätzung grundsätzlich. „Die Zahl ist mir zu hoch, aber natürlich ist ein Bedarf da. Besonders höherwertige Wohnungen sind immer mehr gefragt, nicht die alten, unsanierten Dinger“, sagte Matthias Schuster, Vorsitzender von Haus & Grund. Immer mehr Hamburger und Kieler interessierten sich für Neumünster – auch wegen der vergleichsweise günstigen Preise.

Das BBSR hat für die Studie den aktuellen Wohnungsmarkt, die Bevölkerungsentwicklung und die Altersstruktur der Gebäude untersucht – in allen Kreisen und kreisfreien Städten.

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