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Hausverbot vor Schule : Neumünster: Es werden immer mehr Prostituierte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erst standen die Prostituierten in Neumünster vorm Friedhof, dann vor der Schule. Die Frauen sprechen inzwischen auch am Waldwiesenweg ihre Kundschaft an. Am Montag treffen sich Stadt und Polizei zum Krisengespräch.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 12:36 Uhr

Neumünster | Die Zahl der Prostituierten an der Plöner Straße nimmt zu. „Es sind nun vier Frauen. Neben den drei aus Rumänien ist auch noch eine aus Ungarn da“, erklärte gestern Polizeisprecher Rainer Wetzel. Anwohner berichteten dem Holsteinischen Courier hingegen sogar von sechs bis acht Frauen, die dort ihrem Gewerbe nachgingen. Meist geht es gegen 18 Uhr los.

Die IGS Brachenfeld setzte unterdessen wie angekündigt ihr Hausrecht durch. Schulleiterin Silke Rohwer überbrachte den Frauen noch am Donnerstagabend in Begleitung von Polizisten das schriftliche Hausverbot, das sich auf das gesamte Schulgelände inklusive Parkplatz bezieht. Sollten die Frauen dort von der Polizei angetroffen werden, müssen sie mit einem Verweis und beim wiederholten Male auch mit einer Ordnungsstrafe rechnen.

Doch offenbar haben die jungen Damen bereits ein Ausweichquartier gefunden. „Es stimmt, unsere Streifen treffen sie jetzt auch an der Bushaltestelle Plöner Straße an“, bestätigte Rainer Wetzel die Beobachtungen von Anwohnern. Die Haltestelle befindet sich in Höhe der Einmündungen von Waldwiesenweg und Am Ruthenberg. Auch dort verhalten sie sich nach Polizeiangaben weiterhin nicht auffällig, treten aber offensiv an die männliche Kundschaft heran. Offenbar gibt es mittlerweile auch Stammkunden.

„Es herrscht ein reger Verkehr“, erklärte gestern eine Nachbarin. Ihren Beobachtungen zufolge fahren einige der Frauen mit Freiern weiterhin stadtauswärts, andere bleiben aber auch vor Ort. Ein Leser, der sich über das soziale Netzwerk Facebook beim Courier meldete, will mehrere Damen und Männer in Gebüschen auf dem Gelände der IGS gesehen haben. Schulleiterin Silke Rohwer hatte bereits bestätigt, dass dort auch gebrauchte Kondome und Tampons gefunden wurden.

Bei der Stadt wird nach Courier-Informationen derweil mit Hochdruck an einer Lösung der Situation gearbeitet. Thorben Pries, Büroleiter von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, kündigte für Montag ein Krisengespräch von der Verwaltungsspitze mit der Polizei an. Auch die Anwohner werden offenbar aktiv: Eine Unterschriftenliste ist in Vorbereitung, erfuhr der Courier.

Der zuständige Stadtteilbeirat Brachenfeld-Ruthenberg beschäftigt sich am Donnerstag, 12. September, in einer öffentlichen Sondersitzung in der IGS Brachenfeld mit der Situation an der Plöner Straße. Dazu werden ebenfalls Vertreter von Polizei, Kirche und Ordnungsamt erwartet.

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