zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 12:04 Uhr

Prostitution : Neumünster errichtet Sperrbezirke

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Verwaltung greift durch: Frauen dürfen bald nicht mehr an Schulen, Kitas und Kirchen in Neumünster stehen

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Neumünster | Gegen die Prostitution am Südfriedhof und an der IGS Brachenfeld greift die Stadt nun hart durch: „Wir bereiten jetzt eine Sperrbezirksverordnung vor“, teilte Stadtsprecher Stephan Beitz gestern nach einem Gespräch zwischen hochrangigen Vertretern der Verwaltung und der Polizei mit. Straßenprostitution soll künftig nicht nur an der Plöner Straße, sondern rund um alle Schulen, Kitas, Kirchen und Friedhöfe in der Stadt verboten werden. In den Sperrbezirken ist es den Prostituierten nicht nur untersagt, ihrem Gewerbe nachzugehen, auch jegliche Kontakte zu Freiern sind verboten und strafbar.

Nach Angaben von Beitz ist es die erste Sperrbezirksverordnung in Schleswig-Holstein. Das Rechtsamt der Stadt arbeitet mit Hochdruck an dem Erlass. „Wir wollen so schnell wie möglich zu einem wasserdichten Ergebnis kommen. Realistisch ist eine Umsetzung innerhalb der kommenden drei Wochen“, sagte Beitz. Bereits heute trifft sich zum ersten Mal eine speziell eingerichtete Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stadt und der Polizei. Sie will unter anderem bestimmen, wie groß die Sperrzonen um die Gebäude gezogen werden. Die Ratsversammlung soll am 17. September über die neue Verordnung informiert werden. Zustimmen muss sie laut Beitz nicht.

Rechtlich basiert der Sperrbezirk auf Artikel 297 des Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch sowie eine Landesverordnung zur Übertragung der Ermächtigung aus dem September 2000. Danach dürfen Kommunen im Land Prostitution zum Schutz der Jugend oder des öffentlichen Anstands verbieten. Möglich ist das in Gemeinden bis 50.000 Einwohnern im gesamten Gemeindegebiet, bei größeren Städten nur für bestimmte Teile.

Sobald die Sperrbezirke eingerichtet sind, ist es Prostituierten dort verboten, Kontakt zu Kunden aufzunehmen. Verstöße kann die Polizei dann leichter verfolgen. „Wer erstmalig angetroffen wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wer beharrlich zuwider handelt, begeht sogar eine Straftat“, erklärte gestern Polizeisprecher Sönke Hinrichs.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert