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Nach Überfall auf Rentner-Ehepaar : Neumünster: Einfelder in Angst, Polizei wird verstärkt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Polizeichef Bernd Lohse: Polizeistation wird verstärkt. Beamte in den Stadtteilen sollen mehr Präsenz bei Fußstreifen und Kontrollen zeigen

von
erstellt am 25.Jun.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Der brutale Raubüberfall auf ein Rentner-Ehepaar in dessen Wohnhaus am Seewisch war am Donnerstag das beherrschende Gesprächsthema im Stadtteilbeirat Einfeld. Viele der 50 Zuhörer in der Schulmensa kennen das Paar und leiden mit. Und auch das wurde deutlich: Viele Einfelder sind in Angst und geschockt, dass so ein Verbrechen in ihrem Stadtteil geschehen konnte.

Neumünsters Polizeichef Bernd Lohse versuchte gemeinsam mit Polizeirat Marco Ohmsen, die Sorgen zu nehmen: „Wir sind nicht ganz mutlos und arbeiten mit Hochdruck“, sagte er. Ermittlungserfolge konnte er aber noch nicht nennen. „Die Erwartungshaltung der Einfelder ist klar. Sie wollen mehr Polizeipräsenz“, sagte Lohse. Und die werde es auch geben.

Lohses zentrale Botschaft: Die Polizeistation an der Einfelder Straße 59 ist nicht in Gefahr. Im Gegenteil: Das Dreier-Team um Stationsleiter Thorsten Bestmann kann absehbar sogar mit personeller Verstärkung rechnen.

Anders als in Kiel, wo im Zuge einer Umstrukturierung kleinere Polizeistationen geschlossen wurden, soll die Polizeiarbeit in Neumünsters Stadtteilen gestärkt werden. Erreichen will Lohse das mit der Entlastung der Stationen von Ermittlungsarbeiten, die zentral bei der Kriminalinspektion gebündelt werden sollen. Die „110-Einsatz-Polizei“ möchte Lohse beim 1. Revier an der Altonaer Straße konzentrieren. Das 2. Revier an der Beethovenstraße ist dann für die Polizeistationen zuständig, und die sollen sich um die Delikte im so genannten „sozialen Nahraum“ kümmern. Lohse verspricht sich davon mehr Präsenz auf der Straße, etwa bei Fußstreifen, Kontrollen oder auch der Betreuung der Schulen oder der Beratung von Kriminalitätsopfern. Die Polizeistationen sollen zudem länger geöffnet und besetzt sein. „Bitte auch mehr Radstreifen“, lautete eine Anregung von Einfelds Seniorenbeirat Ulf Heeschen.

Dass Einfeld und Tungendorf in der neuen „Polizeistation Nord“ zusammen gefasst werden, bedeutet laut Lohse nicht, dass ein Standort aufgegeben werde. „Wir werden in Einfeld und Tungendorf nach wie vor Polizei haben, aber einen gemeinsamen Leiter. Es wird aber keine Station aufgelöst, im Gegenteil. Es wird eine weitere in der Innenstadt geschaffen, und Einfeld bekommt eine Personalstelle mehr“, sagte Lohse.

Für die neue „Polizeistation Mitte“ in der Innenstadt sei aber noch kein Standort gefunden. Weitere Stationen in dieser Neuausrichtung werden West (Faldera/West) und Süd-Ost (Gadeland/Wittorf) sein. Daneben gibt es noch die Wache in der Landesunterkunft am Haart.

Die Pläne liegen jetzt beim Innenministerium. Lohse hofft, dass es von dort noch im Sommer grünes Licht gibt. Für Stadtteilvorsteher Sven Radestock und Ulf Heeschen waren das gute Nachrichten. „Mit mehr Präsenz trifft die Polizei das Gefühl der Bürger“, sagte Radestock. „Vor einem Jahr gab es noch die Sorge, dass die Polizeistation aufgelöst wird, jetzt bekommen wir sogar einen Beamten mehr“, sagte Heeschen.

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