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„Ali Baba“ am Teich : Neumünster: Döner-Pächter will die Stadt verklagen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Pächter des Döners am Teich liegt im Streit mit der Stadt. Nach dem Umbau passt die Einrichtung nicht mehr hinein.

Neumünster | Stammkunden in Neumünster wundern sich und fragen, wann es weiter geht: Denn obwohl die Handwerker an der Döner-Bude am Teich bereits vor Wochen abgezogen sind, tut sich nichts. Nach den Umbauten wollte Pächter Vezir Dündar eigentlich längst wieder eingezogen sein und Geld verdienen. Doch eine Übergabe des Pavillons scheiterte. Stadt und Pächter haben sich über die vollzogenen Umbauten heftig zerstritten. Inzwischen verhandeln die Juristen, für Pächter Vezir Dündar wird es finanziell immer enger.

„Ich habe meine Steuer gezahlt und aus eigener Tasche gelebt. Zuletzt hat meine Mutter mitgeholfen“, sagt der 36-Jährige, der den „Ali Baba“-Dönerladen seit 1991 mit seiner Familie betreibt. Ihm zur Seite steht sein Bruder Cemil (47), der Bau-Ingenieur ist. Die Lage zerrt an den Nerven der Familie, zumal es im Bauausschuss eine Diskussion über den möglichen Abriss der Bude gab, um die „Sichtachse“ zwischen Großflecken und der Holsten-Galerie zu verbessern. Die Pläne waren in der Öffentlichkeit heftig kritisiert worden und wurden wieder zu den Akten gelegt.

„Wir wollten die Sanierung eigentlich selbst machen“, erklärt Cemil Dündar. Da der Pavillon aber Eigentum der Stadt sei, habe man das den Dündars untersagt – und zugesagt, dass alles so gebaut werde wie benötigt. Vezir Dündar sollte sich an den Kosten der Sanierung mit 14.500 Euro beteiligen – dem stimmte er unter der Bedingung zu, einen Fünf-Jahres-Vertrag zu bekommen – mit der Option auf weitere fünf Jahre. So weit, so gut.

Doch als die Umbauten fertig waren, begannen die Probleme. Die Küche des Pächters passt nicht mehr in den Pavillon. Die Stadt verweist auf eine verstrichene Frist, bis zu der Vezir Dündar einen Kücheninstallationsplan hätte vorlegen müssen. „Die Frist lief im September ab, als Unterlagen im November kamen, war das definitiv zu spät“, sagte Ute Spieler, Leiterin der Stadtplanung und Stadtentwicklung.

Von dieser Frist will Cemil Dündar nie etwas erfahren haben: Am 13. November habe er erstmals Zeichnungen von der Stadt bekommen, das könne er belegen – und am 14. November habe er per Anwalt sofort Bedenken angemeldet. Die Stadt hat laut Dündar am 20. November schriftlich bestätigt, dass in einem Gespräch die anstehenden Arbeiten erläutert wurden und Dündar einen Installationsplan vorlegen müsse. Im November begannen umfangreiche Umbau- und Modernisierungsarbeiten; vor vier Wochen war alles fertig.

Bei einer „versuchten“ Übergabe schrieb Cemil Dündar eine lange Liste von Mängeln. Die Kücheneinrichtung, die vor sechs Jahren komplett neu angeschafft wurde, passt nicht. Außerdem wurde der Tresen abgebaut und statt des bisher offenen Fensters ein festes Fenster eingebaut, sagt Cemil Dündar erbost. Die Dündars wollen Klage einreichen und auf Mängelbeseitigung und Schadensersatz klagen. Sie haben das ungute Gefühl, dass die Stadt den Pächter „hinausekeln“ wolle, damit der Pavillon doch abgerissen werden kann.

Ute Spieler spricht dagegen von Vezir Dündar als „zuverlässigem Pächter“. Die Fronten sind dennoch verhärtet. Als eine Option nennt sie den weiteren Umbau auf Kosten Dündars. Für den ist das nicht tragbar. „Ich muss jetzt Hartz IV beantragen und den Anwalt bezahlen. Das treibt mich in den Ruin“, sagt Vezir Dündar entnervt.

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erstellt am 07.Mär.2015 | 05:30 Uhr

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