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Sturmtief : Neumünster bereitet sich auf „Xaver“ vor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Orkan kommt mit Schneegewitter. Die Polizei rät: „Nicht nach draußen gehen“. Ein Katastrophenabwehrstab ist im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 04:00 Uhr

Fünfeinhalb Wochen nach „Christian“ trifft heute der nächste schwere Orkan auf Neumünster. „Xaver“ soll mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern anrauschen. Ob der Weihnachtsmarkt heute öffnet und der Wochenmarkt morgen stattfindet, konnte Stadtsprecher Stephan Beitz gestern nicht sagen. Die Entscheidungen sollen erst heute fallen. Bereits gestern liefen aber die Vorbereitungen auf das Unwetter auf Hochtouren.

„Etwa gegen 16 Uhr erreicht die Kaltfront die Stadt. Dann ist der Wind am heftigsten“, erklärt der Gadelander Meteorologe Niko Renkosik, der vom ARD-Wetterstudio aus München die Lage genau im Blick hat. Er rät, in der Zeit zwischen 14 und 19 Uhr feste Gebäude nicht zu verlassen. „Es kann durch Schneegewitter und Schneeschauer zusätzlich am Abend und in der Nacht sehr glatt werden“, sagt er. Auch Polizei und Feuerwehr warnen davor, während des Orkans nach draußen zu gehen. „Wir richten uns wieder auf das Schlimmste ein“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Sven Kasulke, Chef der Berufsfeuerwehr, rechnet mit ähnlichen Auswirkungen wie bei Orkan „Christian“. Der Katastrophenabwehrstab der Stadt kommt daher in der Hauptfeuerwache zusammen, es gibt einen ständigen Kontakt zu Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, „falls wir den Ausnahmezustand ausrufen müssen“, so Kasulke. Die sieben Freiwilligen Feuerwehren haben bereits gestern genaue Pläne erhalten, wer im Einsatzfall was abarbeiten soll. „Das Personal ist aufgestockt, wir könnten bis zu 200 Helfer nach draußen schicken“, sagt Kasulke. Neben den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren stehen acht Rettungswagen bereit. Bei Bedarf werden zusätzliche Kapazitäten bei den ehrenamtlichen Hilfsdiensten oder beim Technischen Hilfswerk angefordert. Auch auf einen möglichen Stromausfall ist man an der Wittorfer Straße vorbereitet. „Nach einer Stunde ohne Strom fahren wir die Heime in der Stadt an und bringen Patienten, die an Maschinen hängen, ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Das sind etwa 30 bis 40“, so Kasulke. Im FEK gibt es wie in der Feuerwache Notstromaggregate.

Im Technischen Betriebszentrum (TBZ) werden heute früh noch einmal alle Maschinen überprüft. „Der Winterdienst steht bereit, im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir auch wieder die Feuerwehr dabei unterstützen, Bäume und Äste von den Verkehrswegen zu räumen“, sagt TBZ-Leiter Ingo Kühl. Er hofft, dass durch „Christian“ bereits alle morschen Bäume umgekippt sind und nun nicht mehr ganz so viel passiert.

„Erhöhte Alarmbereitschaft“ meldet auch Nikolaus Schmidt, Sprecher der Stadtwerke, für die Mitarbeiter des Unternehmens. „Wenn Leitungen beschädigt werden, können wir schnell handeln. Alle Entscheidungsträger sind vor Ort, die Kommunikationswege werden kurz gehalten“, sagt er.

Sobald „Xaver“ durchgezogen ist, soll das Wetter nur kurzfristig kühler werden. „Am Freitag und Sonnabend liegen die Temperaturen zwischen 0 und 4 Grad. Aber schon am Sonntag steigen sie auf 7 Grad an. Kinder, die sich also auf die erste Schneeballschlacht am Wochenende gefreut haben, muss ich enttäuschen“, sagt Niko Renkosik.
 

 

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