Statistik : Neumünster bei Krankschreibungen an der Spitze

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Auch unter den Mitgliedern der Techniker-Krankenkasse fehlen die Neumünsteraner auf der Arbeit am häufigsten

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22. Juli 2015, 08:15 Uhr

Neumünster | Bei Krankschreibungen gibt es in Schleswig-Holstein auffällige regionale Unterschiede. Arbeitnehmer aus Neumünster kamen im vergangenen Jahr auf den Spitzenwert von durchschnittlich 20 Fehltagen, während es im Kreis Rendsburg-Eckernförde mit 15,09 die wenigsten waren. Das Landesmittel bei Krankschreibungen betrug 16,1 Tage, berichtete gestern die Techniker-Krankenkasse (TK). Sie hatte die Daten ihrer 200 000 in Schleswig-Holstein versicherten „Erwerbspersonen“ untersucht. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Hinter Neumünster folgt der Kreis Plön (17 Fehltage) vor den Kreisen Steinburg (16,9) und Herzogtum Lauenburg (16,8).

Die häufigsten Gründe für Krankschreibungen der TK-Mitglieder waren Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (3,43 Fehltage) vor psychischen Erkrankungen (3,2) und solchen des Atmungssystems (1,85). Auch hier gab es regionale Unterschiede: Neumünster hatte mit 4,7 Tagen die meisten Fehlzeiten wegen des Muskel-Skelett-Systems und mit 4,3 Tagen aus psychischen Gründen.

In der Stadtverwaltung sind die Zahlen noch deutlich höher: Laut dem jüngsten Personalbericht des Oberbürgermeister fehlten die Mitarbeiter im vergangenen Jahr aus Krankeheitssgründen im Schnitt an 24,4 Tagen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Barmer-Ersatzkasse eine ähnliche Auswertung veröffentlicht. Deren Mitglieder waren 2014 im Schnitt aber „nur“ 17,5 Tage krank geschrieben. Auch hier waren die Neumünsteraner am häufigsten wegen Muskel-Skelett-Beschwerden betroffen: 5,5 Krankheitstage gingen auf deren Konto
(der Courier berichtete).
 Im Pflegebereich hat Neumünster ebenfalls einen zweifelhaften Spitzenplatz in Schleswig-Holstein: In keinem anderen Kreis ist die Zahl der pflegebedürftigen Einwohner so groß. Ende 2013 lebten 2960 Betroffene in der Stadt. Neumünster hat mit 3,8 Prozent der Einwohner den landesweit höchsten Anteil Pflegebedürftiger (der Courier berichtete).

Einen Lichtblick gibt es allerdings bei den meldepflichtigen Infektionskrankheiten: Die meisten Meldungen kamen in der Saison 2013/2014 aus dem Kreis Pinneberg mit 651 Fällen, gefolgt vom Kreis Segeberg mit 584 Fällen und der Landeshauptstadt Kiel mit 582 Fällen. Die niedrigste Zahlen wiesen mit 99 Fällen Flensburg und mit 101 Fällen Neumünster auf.

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