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Tourismus : Neumünster bei den Urlaubern immer beliebter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Messen, Einkaufen, Kultur – die Stadt mitten im Land wird bei Touristen beliebter: Die Übernachtungszahlen in Neumünsters Hotels legen erneut um fast 15 Prozent zu.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Tierpark, Bad am Stadtwald, Gerisch-Skulpturenpark, Museum Tuch + Technik und natürlich das Designer-Outlet-Center – Neumünster liegt zwar nicht am Meer, hat aber auch im Binnenland einige „Leuchttürme“ für Tages- und Kurzreisetouristen zu bieten. Die Folge: Die Zahl der Übernachtungsgäste in den Hotels, Pensionen und in der Jugendherberge Kiek In ist im ersten Halbjahr erneut um fast 15 Prozent gestiegen.

Das zeigt eine Auswertung des Statistikamts Nord, das die Gästezahlen in Unterkünften mit zehn und mehr Betten im Land erfasst und ausgewertet hat. Danach zählte Neumünster in seinen elf Hotels mit zusammen 924 Betten von Januar bis Juni knapp 71.000 Übernachtungsgäste. Damit kann Neumünster zwar nicht mit den Gästezahlen in Flensburg (109.000), Kiel (301.500) oder Lübeck/Travemünde (592.000) mithalten, geschweige denn mit den Tourismushochburgen an Nord- und Ostsee. Einsamer Spitzenreiter ist hier Sylt mit fast 873.000 Gästen. Aber die Steigerungsrate ist beachtlich und liegt deutlich über der der anderen kreisfreien Städte.

Und sie bestätigt einen klaren Trend: Der Neumünster-Tourismus kommt immer besser in Schwung. 2012 gab es 120.000 Übernachtungen in der Stadt, 2013 stieg die Zahl schon auf 138.000 und dürfte in diesem Jahr nochmal übertroffen werden. Arne Lewandowski, der im Fachdienst Stadtplanung und Stadtentwicklung die Tourismusstrategie verantwortet, sieht dafür mehrere Gründe. „Ein Faktor ist das DOC, ein anderer das neue Hotel Altes Stahlwerk“, so Lewandowski. Das gute Wetter im Mai/Juni habe sicher auch mehr Städtetouristen angelockt. Die neue Tourismusstrategie des Landes scheine aufzugehen. Lewandowski: „Es gibt eine Klientel, die Urlaub an der Küste macht und von dort zu Städtetouren startet.“

Die Stadt mit ihren vielen Messen, Veranstaltungen, Seminaren und Schulungen lebt zudem vom Geschäftsreisetourismus. Dazu kommen noch viele sogenannte Couch-Touristen, die bei Freunden und Bekannten übernachten. Die 2006 und 2009 in wissenschaftlichen Studien ermittelten drei Millionen Tagesgäste pro Jahr dürften inzwischen deutlich gestiegen sein. Lewandowski: „Das war schließlich noch vor der Eröffnung des DOC, das für sein erstes Geschäftsjahr von September 2012 bis September 2013 allein zwei Millionen Gäste vermeldete.“

Für Neumünster wird der Tourismus damit auch immer mehr zu einem Wirtschaftsfaktor. 2011 brachte der Tourismus 95,4 Millionen Euro Bruttoumsatz in die Stadt. Das ist die neueste Zahl des Instituts für Tourismus und Bäderforschung. „Die 100-Millionen-Euro-Marke wird jetzt sicherlich überschritten sein“, so Lewandowski: „Wir hoffen natürlich, dass sich dieser Trend fortsetzt.“

Eine Protagonistin ist nicht mehr dabei. Tourismusmanagerin Cynthia Wester, deren Vertrag eigentlich noch bis Oktober lief, hat sich beruflich neu orientiert und bei „Hamburg Tourismus“ eine neue Aufgabe gefunden. „Sie hat in Neumünster Akzente gesetzt in der Zusammenarbeit der touristischen Akteure“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz. Auch der von ihr angestoßene Hotel- und Restaurantführer sei schließlich sehr gelungen.

Kommentar von Thorsten Geil

Das ist kein Ausrutscher mehr

Neumünster und Tourismus – das passte bis vor wenigen Jahren zusammen wie Wolfsburg und Opel. Es waren Begriffe, die nichts miteinander zu tun hatten, aber das hat sich gründlich geändert. Neumünster ist bei den Übernachtungszahlen definitiv auf dem aufsteigenden Ast, und es wird erlaubt sein, die steigende Zahl der Gäste mit steigender Attraktivität gleichzusetzen. Als der Anstieg für 2013 bekannt wurden, glaubten viele Pessimisten noch an einen einmaligen Ausrutscher, aber durch die Zahlen für das erste Halbjahr 2014 ist daraus ein Trend geworden. Niemand sollte daraus den Schluss ziehen, dass Scharen von Touristen aus aller Welt jetzt drei Wochen am Stück mit Kind und Kegel anrücken, sondern Neumünster lebt in dieser Hinsicht hauptsächlich vom Messestandort, aber eben neuerdings auch verstärkt von der Kultur und von den attraktiven Einkaufsmöglichkeiten. Das dürfte sich noch verstärken, wenn die Holsten-Galerie erst eröffnet hat.

Das im Rathaus ausgeknobelte Tourismuskonzept, maßgeblich von Cynthia Wester, kann so schlecht nicht sein. Es ist schade, dass man diese Fachfrau nicht halten konnte.

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