DAK-Gesundheitsreport : Neumünster auch im Jahr 2019 mit höchstem Krankenstand in Schleswig-Holstein

Über dem Landesdurchschnitt: Im vergangenen Jahr waren in Neumünster durchschnittlich an jedem Arbeitstag von 1000 Arbeitnehmern 50 Personen krankgeschrieben. Das ist der höchste Wert in Schleswig-Holstein.
Über dem Landesdurchschnitt: Im vergangenen Jahr waren in Neumünster durchschnittlich an jedem Arbeitstag von 1000 Arbeitnehmern 50 Personen krankgeschrieben. Das ist der höchste Wert in Schleswig-Holstein.

Laut DAK-Gesundheitsreport verzeichnete die Region um die Schwalestadt im landesweiten Vergleich die meisten Fehltage.

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29. Oktober 2020, 08:00 Uhr

Neumünster | Nicht zum ersten Mal hatte es im landesweiten Vergleich in der Region Neumünster innerhalb eines Jahres die meisten Fehltage bei der Arbeit gegeben.

Deutlich über Landes- und Bundesdurchschnitt

Nach dem jüngsten Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit (früher Deutsche Angestellten-Krankenkasse) lag der Krankenstand im Jahr 2019 bei 5,0 Prozent. Das heißt im Klartext, dass an jedem Arbeitstag von 1000 Arbeitnehmern 50 krankgeschrieben waren.

Das liegt nicht nur über dem Landes- (4,1 Prozent), sondern auch über dem Bundesdurchschnitt (4,2 Prozent). In Schleswig-Holstein belegt Neumünster mit seinem Krankenstand den unrühmlichen ersten Platz – gefolgt vom Kreis Rendsburg-Eckernförde mit täglich 45 Krankmeldungen auf 1000 Arbeitnehmer.

Krankenstand ist schwer zu erklären

Dorothea Daschner, Leiterin der DAK-Geschäftsstelle in Neumünster, kann sich, genauso wie die hauseigenen Gesundheitsexperten, den überdurchschnittlich hohen Krankenstand in der Schwalestadt nicht eindeutig erklären. Daschner sagt:

„Eventuell kommen die Fehltage dadurch zustande, dass die Menschen in dieser Stadt einfach mehr arbeiten. Denn Neumünster ist ja bekanntlich eine Arbeiterstadt.“ Dorothea Daschner, Leiterin DAK-Geschäftsstelle Neumünster
 

Die meisten Fehltage verursachten dabei die Muskel-Skelett-Erkrankungen (23,7 Prozent). Dazu gehören unter anderem Rückenschmerzen, Bandscheibenschäden und Knieprobleme.

Immer mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen

Im Vergleich zum Jahr 2018 verzeichnete diese Erkrankungsgruppe in Sachen Fehltage genauso einen Anstieg wie die der psychischen Erkrankungen. 21,7 Prozent meldeten sich im vergangenen Jahr etwa wegen Depressionen oder Angststörungen bei der Arbeit ab.

Der Trend dieser Erkrankungsgruppe setzte sich auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres fort und wies den größten Anstieg aller Erkrankungsarten auf. Demnach gab es insgesamt 263 Fehltage wegen psychischer Erkrankungen. 2019 waren es im gleichen Zeitraum noch 177 Fehltage – 48 Prozent weniger.

Positive Überraschung

Der aktuellen DAK-Analyse zufolge ist der bisherige Gesamt-Krankenstand in der Region Neumünster im Vergleich zum vorigen Jahr nur leicht angestiegen. Ein Umstand, der mit Blick auf die Corona-Pandemie für leichtes Durchatmen sorgte.

Dabei stehen besonders die Fehltage aufgrund von Atemwegserkrankungen im Fokus. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr zwar um sechs Prozent gestiegen, lagen aber immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018.

„Das hat uns positiv überrascht, lässt sich aber auch dadurch erklären, dass wir in den ersten sechs Monaten dieses Jahres noch relativ wenige Coronafälle in Neumünster hatten“, sagt DAK-Leiterin Dorothea Daschner.

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