Tungendorf : Neumünster: Alleebäume gegen wildes Parken

Zurzeit buddeln die Stadtwerke an der Kieler Straße. Die Stelle ist als Parkplatz bei den Gästen des griechischen Restaurants beliebt. Die Stadt will das unterbinden.
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Zurzeit buddeln die Stadtwerke an der Kieler Straße. Die Stelle ist als Parkplatz bei den Gästen des griechischen Restaurants beliebt. Die Stadt will das unterbinden.

Die Stadt will Lücken in der Lindenreihe an der Kieler Straße schließen. Die Volksbank muss ihr „Kundenparkplatz“-Schild entfernen.

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09. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | In Tungendorf hat die Volksbank offenbar öffentliche Parkflächen zum exklusiven Parkplatz für ihre Kunden und die Patienten der Gemeinschaftspraxis im  Ärztehaus erklärt. Das Hinweisschild vor der Bankfiliale an der Wilhelminenstraße wird wohl wieder abgebaut werden müssen, sagte Neumünsters Verkehrsplaner Michael Köwer auf Courier-Nachfrage und stellte klar: „Das ist öffentlicher Raum und kein Privatparkplatz.“ Dort darf also jeder ohne Zeitlimit parken und nicht  „mit Parkscheibe (max. 1 Std.)“ – wie auf dem Schild angegeben.

Der Volksbank-Chef Matthias Lau verteidigt das Vorgehen der Bank. „Wir wollen den Ärzten im Haus die Möglichkeit geben, dass auch Patienten mit Beeinträchtigungen zu ihnen kommen können“, sagte er zum Courier. Das Thema sei beim  Zukauf eines städtischen Grundstücksteils mit der Stadt  auch so diskutiert worden, aber es  gebe darüber keine schriftliche Vereinbarung. Tungendorfs Stadtteilvorsteher Jürgen Böckenhauer würde eine Parkzeitbegrenzung auch begrüßen. „Die Parkplätze   müssten aber allen Tungendorfern zur Verfügung stehen“, sagte Böckenhauer.

 Das Thema Parken beschäftigt den Stadtteilbeirat am Mittwoch, 17. Dezember, um 19 Uhr im Volkshaus noch an anderer Stelle: An der Kieler Straße haben sich die Gäste des Restaurants Samos selbst ihren bequemen Kundenparkplatz gesucht: Sie parken gern direkt  gegenüber auf dem Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg. Das geht zurzeit nicht, da die Stadtwerke hier ihr Glasfaserkabel verlegen und den Baustellenbereich abgesperrt haben.

Die Stadt will das wilde Parken auf dem Grünstreifen nun aber dauerhaft verhindern. Im Frühjahr will sie die Lücken in der historischen Allee von Altona nach Kiel schließen und hier wieder Linden pflanzen. „Parken auf der Grünfläche ist nicht zulässig. Der Bereich ist zu schmal. Wir dürften das gar nicht zulassen“, sagt Michael Muszeika aus dem Grünflächenamt. Wo es erforderlich erscheint, sollen zudem Poller gesetzt werden.

„Das ist nicht nur ‚mein‘ Parkplatz. Da parken viele Leute“, sagte Thomas Mbalazis, der Gastwirt des griechischen Restaurants. In der Tat nutzen auch die  Gäste eines chinesischen Restaurants und die Kunden eines Friseurgeschäfts den Grünstreifen zum Parken. Mbalazis verwies zudem auf die  auf seinem Grundstück vorgehaltenen Kundenparkplätze. 

Im Frühjahr gab es wegen des  zweckentfremdeten Grünstreifens einen Ortstermin.  Michael Muszeika und Heiner Feilke vom Fachdienst Grünflächen erörterten dabei mit Böckenhauers Stellvertreter Klaus Grassau und Thomas  Mbalazis die Situation. „Die Stadt riet mir, mich wegen der Parkplätze mit der Mormonenkirche in Verbindung zu setzen“, sagte Thomas Mbalazis. Klaus Grassau nannte auch  den Discounter Lidl.  „Zumindest in den Abendstunden könnte man doch das Parken auf diesen Flächen ermöglichen“, sagte Klaus Grassau.

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