„Neues Zuhause ja – aber die Heimat liegt im Osten“

Als Gastredner referierte Christoph Lippert, Bundesgeschäftsführer der der Sudetendeutschen Landsmannschaft, am Tag der Heimat über die Vertreibung von rund drei Millionen Sudetendeutschen aus der ehemaligen Tschechoslowakei.
Als Gastredner referierte Christoph Lippert, Bundesgeschäftsführer der der Sudetendeutschen Landsmannschaft, am Tag der Heimat über die Vertreibung von rund drei Millionen Sudetendeutschen aus der ehemaligen Tschechoslowakei.

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20. Juni 2018, 15:22 Uhr

Trotz schwülen Wetters und eines nicht für jedermann günstigen Termins mitten in der Woche kamen gestern rund 80 Heimatvertriebene zum „Tag der Heimat“ im Kiek In zusammen. Traditionell begann die Tagung mit dem Einzug der Flaggen, mit denen die Landsmannschaften aus den ehemaligen Ostgebieten an den Verlust ihrer Heimat erinnern. Nicht nur als nette Geste am Rande wurde dabei auch die Europafahne sowie eine „Flagge der Nationen“ – eine bunte Collage aus den Flaggen heutiger Flüchtlingsländer – geehrt.

Stadtrat Carsten Hillgruber erinnerte in seinem Grußwort an die große Aufbauleistung, die die Vertrieben und Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg für Neumünster geleistet hätten. Über 30 000 Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten waren nach nach dem Krieg in der Stadt gestrandet und hätten hier eine neue Heimat gefunden, sagte Hillgruber.

Einige Besucher korrigierten dies an den Tischen leicht: „Ein neues Zuhause ja, aber ich habe nur eine Heimat, die liegt im Osten“, verriet ein älterer Herr seinem Tischnachbarn.

Gleich mehrere Festredner gingen in ihren Beiträgen auf die aktuellen Flüchtlingszahlen ein. Laut UN sind weltweit mit 65,5 Millionen Menschen, davon 30 Millionen Kinder, so viele Menschen wie nie zuvor auf der Flucht.

Robert Schönmüller, Pastor der St.Maria-St.Vicelin-Gemeinde appellierte vor diesem Hintergrund an die Flüchtlinge von damals, mit den eigenen Erfahrungen im Lebensgepäck als Mahner aufzutreten. Er rief dazu auf, den Flüchtlingen von heute mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft entgegenzutreten.

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