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Geschichtsstunde : Neues von der Margarethenschanze

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Tag des offenen Denkmals lockt rund 150 geschichtsinteressierte und wetterfeste Neumünsteraner an den Einfelder See.

Neumünster | Sehr interessiert und vor allen Dingen wetterfest zeigte sich gestern, am 21. Tag des offenen Denkmals, das Neumünsteraner Publikum. Für den bundesweiten Aktionstag waren in der Stadt zwei Veranstaltungen angesetzt, die beide gut besucht waren.

Am Vormittag war dazu, passend zum Thema „Farbe“, die Fotoausstellung „Industriedenkmäler in Neumünster in sparsamen Farbtönen“ im Caspar-von-Saldern-Haus eröffnet worden. Für die spannenden Aufnahmen hatte sich ein Fotokurs der Volkshochschule unter der Leitung von Susanne Bielenberg-Bruhn und Klaus Wanke auf den Weg durch die städtische Industriegeschichte gemacht. Unter anderem entstanden die Bilder dabei in der alten Holstenbrauerei und in der Gadelander Mühle. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 12. Oktober, montags bis freitags in der Zeit von 13 bis 17 Uhr.

Wesentlich weiter in die Vergangenheit führte dagegen der zweite Termin, der die Besucher an die Margarethenschanze am Einfelder See führte. Begrüßt wurden die Gäste hier von Christiane Wilbrandt, Leiterin der Unteren Denkmalbehörde der Stadt, und Dr. Thorsten Lemm (Stiftung Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf) sowie der reizenden Harfenspielerin Siglinde Koch-Sempert.

Lemm, der in seinem interessanten Vortrag zu den Burgen in Nordelbien im 9. Und 10. Jahrhundert auch immer wieder Bezug auf die hiesige Margaretenschanze nahm, wusste einiges zu den damaligen politischen Lagern und Gebietsansprüchen zu erzählen. Die Region war damals zunächst von den Sachsen, dann von den Franken beherrscht. Heute nimmt man aufgrund der archäologischen Funde an, dass die Schanze der Wegsicherung diente und zu einer ganzen Anzahl weiterer Burgen gehörte. Doch lange Bestand hatte sie wohl nicht. Und auch ihr Name ist nicht belegt. Man könne vielleicht davon ausgehen, dass er auf die im 13. Jahrhundert herrschende dänische Königin zurückgehe, doch das sei Spekulation, führte Lemm aus. Es gebe Herrschaftszonen zwischen Sachsen und Dänen in Norelbien, die sich an Ortsnamen orientieren, so Lemm. „Dennoch, wir stehen hier noch am Anfang der Siedlungsgeschichte dieser Region“, berichtete der Fachmann. Und so bleibt die wirkliche Geschichte der Margarethenschanze wohl zunächst noch ein bisschen länger im Dunkeln.



 

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