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Hauptausschuss : Neues Konzept für die Holstenköste

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Besucherzahlen des Volksfestes sinken. Eventmanagerin Kirsten Gerlach will mehr junge Angebote.

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Bei Kirsten Gerlach hatte sich einiges aufgestaut, und das ließ sie am Dienstagabend im Hauptausschuss raus. Die Eventmanagerin der Stadt skizzierte, wie die Holstenköste attraktiver zu gestalten wäre. Nach der 49. Köste im Juni war Kritik laut geworden, dass das Programm vor allem für junge Menschen, aber auch für Standbetreiber an Attraktivität verloren hätte. Unter anderem deshalb sei die Resonanz rückläufig. Vehement trat Kirsten Gerlach nun die Flucht nach vorn an. Die Politik müsse entscheiden, ob sie nur ein Bürgerfest wolle oder eine Großveranstaltung mit mehr Außenwirkung und von touristischer Bedeutung, sagte sie. Sollte Letzteres gefragt sein, das machte sie unmissverständlich klar, sei das für sie als Einzelkämpferin auf einer 19,5-Stunden-Stelle nicht steuerbar. Hauke Hahn (CDU) und Volker Andresen (SPD) zollten Kirsten Gerlach Respekt und sagten ihre Unterstützung für die Weiterentwicklung des Kösten-Konzeptes zu.

Die Ausgangslage:

Innerhalb von zwei Jahren ist die Besucherzahl von 200  000 auf 170  000 gesunken. Kirsten Gerlach machte in diesem Zusammenhang auf widrige Umstände aufmerksam. Nicht nur das schlechte Wetter habe den Zuspruch gebremst, sondern auch das Zusammenfallen mit den Brückentagen zwischen Pfingsten und Himmelfahrt, die viele Menschen für Urlaube nutzen. Und dann der Terror in Europa, der vor allem das Sicherheitskonzept der Köste in den Fokus gerückt habe. Negativ mache sich seit einigen Jahren der Wegfall der Hinterhöfe als Veranstaltungsfläche bemerkbar. Gema-Forderungen wirkten sich negativ auf die bespielbare Fläche aus. Super-Hopser und Power-Tower wurden von den jüngeren Besuchern vermisst. Das Musikprogramm ähnelt sich von Jahr zu Jahr.

Geplante Neuerungen:

Weil das Programm auf der Hauptbühne maßgeblich über Sponsoren finanziert wird, ist eine Attraktivitätssteigerung nach Einschätzung Gerlachs nur mit neuen Partnern möglich. Zwar seien die meisten maßgeblichen Medienpartner – wie der NDR oder RSH – durch andere Großveranstaltungen wie die Kieler Woche gebunden, sie sei jedoch mit N-Joy (Jugendprogramm des NDR) im Gespräch. „Wir müssen etwas für die jungen Leute tun“, betonte sie. Ein Veranstaltungspaket mit DJ, Moderator und Live-Act sei „gar nicht so teuer“. Und auch der Super-Hopser müsse zurück auf die Klosterinsel.

Der Köstenlauf soll unter der Ägide des SV Tungendorf weiterentwickelt werden. Schulen sollen stärker eingebunden werden. Cheerleader und ein roter Teppich sollen die Teilnehmer im Zielraum erwarten. Die Siegerehrung soll öffentlichkeitswirksamer gestaltet werden, entweder auf der Jungen Bühne oder einer eigenen Bühne an der Anscharkirche. Wichtigste Neuerung: Der Holsteinköstenlauf soll durch einen Halbmarathon mit nationalen Top-Läufern aufgewertet werden. Auch ein Firmenlauf wäre denkbar.

Die Rathausbühne im Innenhof möchte Kirsten Gerlach von der reinen Folklorebühne zur Kulturbühne machen, auf der auch die junge Musikszene der Stadt stärker zum Zuge kommen soll. Auch eine Etablierung als Rockbühne wäre eine mögliche Alternative.

Gern würde die Eventmanagerin auch die Veranstaltungsfläche wieder vergrößern. Möglicherweise ließe sich der Gerisch-Park als Kulturpartner gewinnen mit einer kleinen Bühne für Lesungen, Kinderprogramm und Musik. Bereits geführt würden Gespräche über eine Wiedereinführung der Hinterhöfe.

Was sagt die Politik?

„Das ist eine ganze Reihe guter Vorschläge“, hob SPD-Fraktionschef Volker Andresen, der in der vorherigen Hauptausschuss-Sitzung den Anstoß für die Konzept-Präsentation gegeben hatte, hervor. „Wir müssen bereit sein, die notwendigen Mittel einzuwerben. Es ist unser Stadtfest, und wir sind verantwortlich, dass es wieder ein anderes Niveau bekommt“, sagte er. CDU-Ratsherr Hauke Hahn räumte ein, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass Kirsten Gerlach die Organisation des Stadtfestes auf einer halben Stelle bewerkstellige. Er lobte das Bemühen um eine Medienpartnerschaft. „Gut, dass Sie für Veränderungen offen sind. Bleiben Sie dran!“  

 

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