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Stadtwerke : Neues Fernwärmenetz braucht noch zehn Jahre

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

2016 planen die Stadtwerke kaum größere Straßensperrungen für das neue Netz

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erstellt am 28.Dez.2015 | 17:32 Uhr

Neumünster | Seit 2008 sanieren die Stadtwerke (SWN) ihr Fernwärmenetz und haben dafür immer wieder Teile des Rings und andere Straßen monatelang blockiert. Dazu gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Auf dem Ring sind die SWN damit durch, und 2016 sind kaum größere Baustellen geplant. Die schlechte Nachricht: Bis das gesamte Netz steht, werden noch zehn weitere Jahre vergehen. Die lange Bauzeit bis 2025 war von vornherein so geplant, denn immerhin investieren die SWN hier 85 Millionen Euro.

Die SWN waren das vierte Unternehmen in Deutschland, das die Kraft-Wärme-Kopplung einführte und ab 1950 ein Fernwärmenetz aufbaute. Das Netz mit Wasserdampf ist heute überholt, und darum stellen die SWN es seit 2008 nach und nach auf Heizwasser um. „Wasser ist wesentlich effizienter zu transportieren als Dampf. Besonders die alten Kondensatleitungen, in denen das abgekühlte Wasser zurückgeführt wird, sind oft nur noch schrottig“, sagt SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

Das alte Dampfnetz liegt hauptsächlich innerhalb des Rings. Ausgangspunkt ist und bleibt das Kraftwerk an der Bismarckstraße. Von dort aus liegt die neue Leitung schon im Ring bis zur Beethovenstraße. Diverse Abzweiger sind ebenfalls fertig, etwa in Plöner, Brachenfelder und Wittorfer Straße. Damit die Leitungen zum geschlossenen Kreislauf werden, ist 2017 die letzte Lücke dran: von Viktoria- über Rendsburger, Johannis- und Kieler bis zur Bismarckstraße. Dieser Abschnitt wird erhebliche Probleme für die Erreichbarkeit der Innenstadt von Norden aus bedeuten.

Nach und nach werden die Fernwärmekunden schon an die neue Leitung angeschlossen. In diesem Jahr waren es etwa 150 Wohnungen, beispielsweise in Kloster-, Marien- und Anscharstraße sowie Am Brunnenkamp und der Warmsdorfstraße. 2016 soll es weitergehen in Schiller-, Fehrs- und Hebbelstraße, An der Schwale, Wittorfer, Wasbeker und Gutenbergstraße. Für den Hauseigentümer bedeutet es, dass er eine neue Heizungsanlage installieren muss. „Das wissen die betroffenen Kunden aber schon lange. 18 Monate vorher informieren wir sie darüber und kündigen vorsorglich. Dann haben sie Zeit, sich darum zu kümmern“, sagt SWN-Sprecher Schmidt. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten gibt es keinen Anschlusszwang für Fernwärme; darum liegt der Anteil der Kunden in Neumünster nur bei etwa 30 Prozent.

2016 planen die SWN, die neuen Leitungen in der Böcklersiedlung zu verlegen. Vieles geht auf privatem Grund, sodass kaum Straßen gesperrt werden müssen. Eventuell muss im Viertel Alemannen-/ Goten- und Schwabenstraße gebuddelt werden. Knifflig wird es, wenn die Wittorfer Straße am Bahnübergang gesperrt werden muss. „Wir müssen unter der Bahnlinie durch. Das wird einige Wochen dauern“, sagt SWN-Sprecher Schmidt.

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