Ruthenberg : Neues Baugebiet geplant

Derzeit ist das geplante Baugebiet an der Straße Am Ruthenberg noch Brachland und wird von Hundebesitzern als Auslauf und von Kindern als Bolzplatz genutzt. Rechts im Hintergrund ist die Kita Ruthenberger Rasselbande zu erkennen. Hinter den Bäumen links ist die Kleingartenanlage Ruthenbergskamp.
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Derzeit ist das geplante Baugebiet an der Straße Am Ruthenberg noch Brachland und wird von Hundebesitzern als Auslauf und von Kindern als Bolzplatz genutzt. Rechts im Hintergrund ist die Kita Ruthenberger Rasselbande zu erkennen. Hinter den Bäumen links ist die Kleingartenanlage Ruthenbergskamp.

Die Stadt will 15 voll erschlossene Grundstücke für Einfamilienhäuser Am Ruthenberg verkaufen. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss muss noch zustimmen.

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28. Juni 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Im jüngsten Stadtteil Ruthenberg soll ein neues Wohngebiet entstehen. Die Stadt will an der Straße Am Ruthenberg zwischen Ruthenberger Markt im Süden und Schadowstraße im Norden etwa 15 Grundstücke für individuelle Einfamilien- und Doppelhäuser anbieten. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss soll den Aufstellungsbeschluss am kommenden Donnerstag bewilligen. Angestrebt wird ein beschleunigtes Verfahren ohne Umweltprüfung oder Ausgleichsmaßnahmen.

Der etwa 1,2 Hektar große Bereich liegt derzeit brach und wird als Auslauffläche für Hunde und als Bolzplatz genutzt. „Er ist nach geltendem Bebauungsplan für eine Erweiterung der Kleingartenanlage Ruthenbergskamp vorgesehen. Nach Auskunft des Kreisvereins der Kleingärtner besteht aber kein Bedarf mehr für eine Vergrößerung der Anlage“, sagt Bernd Heilmann, Abteilungsleiter Stadtplanung. Deshalb habe sich die Verwaltung nun entschlossen, hier Baugrundstücke zu verkaufen. „Man kann die Lage durchaus als Filetstück bezeichnen“, sagt Heilmann. Die Interessenten bekommen voll erschlossene Grundstücke. Die Kaufpreise orientieren sich an den vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte erstellten Bodenrichtwerten. Die liegen für das Gebiet Am Ruthenberg bei 100 Euro je Quadratmeter. Der Verkehr in das Wohngebiet soll über eine neue Stichstraße rollen, die beim bisherigen Parkplatz-Grundstück gegenüber der Einmündung des Veit-Stoß-Ringes beginnen soll.

Die Ausschreibung von Bauplätzen widerspreche nicht dem Wohnraumversorgungs-Konzept der Stadt, so Heilmann. „Pro Jahr haben wir einen Bedarf von etwa 20 neuen Baugrundstücken, die wir gut loswerden. Diese Nachfrage wollen wir decken“, sagt er. Als nächstes soll der Teil der ehemaligen Scholtz-Kaserne erschlossen werden, den die Stadt vor kurzem gekauft hat.

Uwe Holtz, Stadtteilvorsteher in Brachenfeld-Ruthenberg, begrüßt, dass sich „nach jahrelangem Stillstand“ auf dem Gelände Am Ruthenberg etwas tut. Allerdings hätte er dort lieber eine Außenanlage des Jugendtreffs „RU2“ gesehen. „Wir haben die Stadt mehrmals auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht. Nun kommt es leider anders“, bedauert er.

> Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss kommt am Donnerstag, 3. Juli, um 17.30 Uhr im Sitzungszimmer 2.5 / 2.6 des Rathauses zusammen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem folgende Themen: Innenstadt-Entwicklung/Großflecken, Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes und Neubau der Fußgängerbrücke Rendsburger Straße.

Kommentar von Christian Lipovsek:

Wohnraum mit Augenmaß planen

Wieder verschwindet ein Stück Grün in der Stadt. Ohne Ausgleich und vermutlich ohne große Diskussion.    Ist die Fläche erst einmal versiegelt und stehen die schmucken Einfamilienhäuser drauf, redet davon keiner mehr. Doch wer will es der Stadt verdenken, dass sie die aktuell günstige Marktsituation nutzt? Die Zinsen haben einen Tiefstand erreicht mit der Folge, dass die Nachfrage nach Bauland steigt. So günstig wie jetzt kann man wohl kaum wieder Eigentum erwerben. Für die klamme Stadt  ein gutes Geschäft. Alte Feuerwache, jetzt Ruthenbergskamp, bald die ehemalige Scholtz-Kaserne: Es geht voran. Doch Achtung: Auf der anderen Seite werden viele Wohnungen abgerissen, bezahlbarer Wohnraum wird weniger. Auch diese Entwicklung muss man im Auge behalten.

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